gehetzt, nahmen Parthei fuͤr den Fuͤrſten von St. Gallen ,und ſo geſchah es daun, daß Toggenburg der Anlaß zumerſten und letzten Buͤrgerkrieg der Eidgenoſſenſchaft werdenmußte. Zuͤrich und Bern blieben Sieger in dieſem Kam-pfe, der den Papism in der Schweiz ausſchließend feſt-ſetzen ſollte, und nahmen alle Herrſchaften des Abbts inBeſitz. Ohnerachtet die katholiſchen Kantone zum Friedengezwungen wurden, ſo beharrte dennoch dieſer geiſtlicheDespot hartnaͤckig, und wollte von keinem Vergleichhören. Er wußte durch den Pabſt die großen Maͤchte inſein perſoͤnliches Intereſſe zu ziehen. Oeſtreich und Frank reich ſprachen aufs kraͤftigſte zu ſeinem Gunſten, und diekatholiſchen Eidgenoſſen ſchienen ſich von den uͤbrigen zutrennen, um mit Fremden in einen gefaͤhrlichen Bundgegen die Reformirten zu treten. Auf der andern Seitewar das Benehmen der Toggenburger, ſeitdem ſie ſichſelbſt regierten, von der Beſchaffenheit, daß ihre beſtenFreunde und Schuͤtzer kalt werden mußten. Sie wuͤnſch-ten wohl ein unabhaͤngiges Volk zu werden, wußten aberin ſich ſelbſt keine Mittel dazu zu finden, und da ihnendieſes Verlangen nicht augenblicklich zugeſagt wurde, ſoſchaͤmten ſie ſich nicht, einigen katholiſchen Standen, undſelbſt den Beamten des Abbts einen Bund gegen Bern undZuͤrich anzutragen. Alles dieß bewog die beiden Kantone,unaufhoͤrlich an einem Vergleich mit dem Fuͤrſten von St.Gallen zu arbeiten, und nach dem Tode des eigenſinnigenLeodegars mit dem neuen Abbt im Jahr 1718 einenFriedenstraktat zu ſchließen, vermittelſt welchen er alleverlorne Beſitzungen zuruͤck erhielt. So wurden die Tog-genburger, nachdem ſie ſechs Jahre unter eigner Volksre-gierung geſtanden hatten, zum dritten Mal Unterthanendeſſelben Kloſters, von deſſen Aebbten ſie ſeit Jahrhunder-ten gemißhandelt und bedruͤckt worden waren. Die Ver-
faſſung,