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2 (1802) Schilderung des Gebirgsvolkes vom Kanton Glarus und der Vogteien Uznach, Gaster, Sargans, Werdenberg, Sax und Rheinthal, des Toggenburgs, der alten Landschaft, der Stadt St. Gallen und des östlichen Theils des Kantons Zürich / von Johann Gottfried Ebel
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41
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Stuͤck Vieh, oder wenn er arm iſt, ſein beſtes Kleid dasEigenthum des Souveraius; beeidete Maͤnner, welcheder Landvogt bezahlen muß, ſchaͤtzen alsdann den Werthdieſes Erbtheils, und die hinterlaſſene Familie erkauft esfuͤr die geſchaͤtzte Summe. Außer dieſen Laſten ſindmehrere Gemeinden zehentpflichtig, und alle muͤſſen nochSteuern zahlen, um die Ausgaben fuͤrs Gemeinebeſte zubeſtreiten.

Der groͤßte Theil des Uznacher Bezirks dehnt ſich anBergabhaͤngen hin, welche reich an herrlichen Wieſen ſind.In dem Goldingerthal an der Grenze des Kanton Zuͤrichs giebt es gute Weidgaͤnge. Obgleich die Einwohner eigent-liche Sennwirthſchaft nicht treiben koͤnnen, ſo bleibt dochViehzucht ihr Hauptnahrungserwerb. An mehreren Gegen-den wird Getreide, Wein und Obſt gebaut. Das ebeneLand laͤngſt der Linth iſt wegen der jaͤhrlichen Ueber-ſchwemmungen ſumpfig, und traͤgt nichts als ein langesſtripfiges Gras, welches ſtatt Stroh zur Streu dient undin großer Menge von den Bewohnern des Zuͤrichſees ge-kauft wird. Der groͤßte Reichthum des Uzuacher liegt inihren herrlichen Buchen und Tannenwaldungen, wovon ſiejaͤhrlich außerordentlich viel, theils als Weinpfaͤhle, theilsals Bau- und Brennholz ausfuͤhren. Ein betraͤchtlichesBraunkohlenfldͤtz liefert noch ein auderes Brennmaterial,welches nach Zurich verkauft wird. Dieſes Floͤtz liegt aufUznacher Boden gegen Toggenburg zu zwiſchen blaugrauenThonlagern, und enthaͤlt noch ganz unverſehrte Baum-ſtaͤmmme. f

Ich verließ Uznach bei fruͤhem Morgen und betrat ineiner kleinen Stunde den Kanton Zuͤrich . Da es meineAbſicht war, die Allmanns Bergſtrecke zu durchwan-

dern,