— 116—
vogts zu Sargans haͤtte am Ende des vorigen Jahrhun-derts durch ſein eigenmaͤchtiges Verfahren in Wartau beinahe die Flammen des Buͤrgerkrieges unter den acht regie—renden Kantonen erregt. Nur mit Muͤhe konnte deſſenAusbruch durch einen Vergleich im Jahr 1695 verhindertwerden.
In dem traulichen Thalgrunde Wartaus liegt nochdas Doͤrfchen Truͤbbach , und hoͤher am SchollbergAzmoos. Das Thal iſt hier ſehr ſchmal, und die Ge—-birgsketten auf beiden Seiten des Rheins draͤngen ſich bisan ſeine Ufer. Links zwiſchen Felsmaſſen verborgen liegtder enge Paß Lucienſteig, welcher von der deutſchenSeite den Eingang in Rhaͤtiens Thaͤler beſchuͤtzt, rechtsfaͤllt ſenkrecht in den Fluß die hohe Wand, an welcherſich der mit Muͤhe geſprengte Weg fortwindet. Hier hebtauf einmal erhabner Styl der Gebirgs-Natur an; großeZuͤge, ſtarker Thon in Faͤrbung, Kraft und Kuͤhnheit inMaſſen und Formen uͤberraſchen den Wanderer, der ausdem Rheinthal herkommt. Auf Graubuͤndtens Grenzezieht ſich ein fruchtbarer Felſenzweig, das Rhaͤtikon-gebirge, abſtufend bis ans rechte Rheinufer, und aufder Grenze von Sargaus gerade gegenuͤber ſteigt derSchollberg bis zur hohen Wand herab, deſſen F Fuß derRhein beſpuͤlt. Ohne weitere Unterſuchung ſpringt es indie Augen, daß dieſe Felſen einſt in ununterbrochener Ver-bindung ſtanden, und das Sarganſer Gebiet nebſt ganzRhaͤtien von dieſer Seite ſchloſſen.
VII. A b-