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waͤhlte den letztern, der bald hinter Ragaz aͤußerſt ſteilhinanſteigt. Die muͤhſame und ſchlechte Straße wird vonder herrlichen Landſchafts⸗Anſicht vergolten, welche ſichauf das breite Sarganſer Thal und ſeine noͤrdlichen Gebirgeoffnet. Die Ruinen der ehemaligen Schloͤſſer Freuden-berg und Nydberg zeigen ſich hier nahe unter demAuge. In einer Stunde langt man auf der Hoͤhe bei demKloſter und Doͤrfchen Pfeffers an. Beide liegen andem engen Ausgange des 5 Stunden langen Tamin-thales, welches von 1 10 und wilden Gebirgen um-mauert iſt. Dicht hinter dem Kloſter waͤlzt die Tamin ihrtobendes Waſſer in eine enge tiefe Schlucht. Die Berg-abhaͤnge, gut bebaut und mit Baͤumen beſetzt, ſteigen bisan den Rand dieſes Abgrundes, und ohne ganz dicht hinanzu treten, bemerkt man nichts von dem Strom, deſſenSchaum aus der Dunkelheit wie Blitze ſchießt. TiefeGebirgsſtille herrſcht um die Abtei; dicht vor ihr uͤberſpielt ein lieblicher Waſſerfall Weisen herrlichem Gruͤn,wie ein heiteres ſchoͤnes Maͤdchen, welches in frohſinnigerUnſchuld mit ſeinen Reizen gaukelt. Nach Suͤdweſtenfaͤlt der Blick durchs Taminthal auf rauhe und hohe Ge-birge, nach Oſten uͤber das Sarganſer Thal, uͤber diefruchtbaren Gegenden von Maienfeld, Jenins und Malans auf die nackten Felſenwaͤnde des Rhaͤtikon, welcher ſich vonhier in ſeiner ganzen kuͤhnen Wildheit darſteller. Derhoͤchſte pyramidenfoͤrmige Gipfel dieſer Felſengruppe,Cencia plauna, Caeſaplana, 1700 Klafter uͤberdem Meer erhaben, traͤgt einen Stunden langen Gletſcher,und ſchaut uͤber alle benachbarten Gebirge auf Deutſchlands Gefilde bis nach Ulm . Nicht weit davon am Ende einesFelſenkamms erhebt ſich ein anderer Zingel(ſo nennenhier die Bergbewohner jedes hohe Felſenhorn), welcher denGrenzpoſten des Buͤndiner Landes macht, und etwas tiefer
ſteht