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2 (1802) Schilderung des Gebirgsvolkes vom Kanton Glarus und der Vogteien Uznach, Gaster, Sargans, Werdenberg, Sax und Rheinthal, des Toggenburgs, der alten Landschaft, der Stadt St. Gallen und des östlichen Theils des Kantons Zürich / von Johann Gottfried Ebel
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zieht, ſollen ſehr anſehnlich ſeyn. Waͤhrend des Wintersbewohnt das große weite Badehaus ein Schuſter mit ſeinerFamilie; dieſe Perſonen ſind in jener Jahrszeit in denfinſtern Schlund vergraben, denn alle Verbindung mit derobern Welt iſt ihnen durch klafterhohen Schnee mehrereMonate lang abgeſchnitten.

In einer halben Stunde erſteigt man von dem Badedas linke Ufer dieſes tiefen Schlundes, und befindet ſichauf einmal in einem hellen offenen Thal, wo die Naturund die fleißige Hand des Meuſchen Leben und Fruchtbar-keit verbreitet haben. Das Dorf Valenz liegt ungefaͤhrin der Mitte dieſes Thals, welches von ungeheuern Felsmaſſen ummauert iſt. Nach Suͤden in geringer Enut-fernung ruht der wilde Galande, dieſe allmaͤchtigeKalkpyramide, an deren Fuß man den engen Eingangin das 4 Stunden lange Vetisthal erblickt. NachWeſten ſtarren die Kalfeußer Felſenſtoͤcke und die grauenHoͤrner, zwiſchen welchen die ſchoͤnen Alpweiden desMonteluna mahleriſch glaͤnzen. Von Valenz fuͤhrt derWeg durch Gebuͤſch und uͤber Schieferfelſen nach Ragaz in zwei Stunden herab. Dieſer Flecken lebt zum Theilvon dem Durchpaß aller Kaufmannsguͤter, welche derHandel zwiſchen Italien , Schweiz und Deutſchland durch.Graubuͤndten uͤber die große Alpenſtraße des Spluͤgen gehen laͤßt. Es iſt hier, als an dem Grenzorte derSchweiz , ein Zollhaus errichtet, wo Waaren und Viehetwas entrichten muͤſſen; dieſe Abgabe druͤckt den Handelnicht, denn ſie iſt wahrlich unbedeutend, jedes bepackteRoß zahlt 2 Kreuzer, jedes Roß oder Nind, welches inFreundes Land geht, 1 Kreuzer u. ſ. w.

Von Ragaz wanderte ich durch die ſchon beſchriebene

Thalebene nach Sargans zuruͤck, Nicht weit von demZweſter Theil. J Staͤdt-