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2 (1802) Schilderung des Gebirgsvolkes vom Kanton Glarus und der Vogteien Uznach, Gaster, Sargans, Werdenberg, Sax und Rheinthal, des Toggenburgs, der alten Landschaft, der Stadt St. Gallen und des östlichen Theils des Kantons Zürich / von Johann Gottfried Ebel
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155
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Gegenden, und ſeit 50 bis 60 Jahren ſollen die haͤufigenUeberſchwemmungen, welche Urſache dieſer Suͤmpfe ge-worden ſind, begonnen haben.

Seit ſo langen Jahren wird der Wohlſtand, die Ge-ſundheit und das Leben ſo vieler Familien in taͤgliche Gefahrgeſetzt, ohne daß nur die mindeſten Auſtalten getroffen wor-den waͤren, um dem immer zunehmenden Uebel zu ſteuern.Giebt es einen Gegenſtand, welcher mehr die Aufmerkſam-keit und die Sorge einer Landesverwaltung verdient, alsdie Geſundheit und die Erhaltung des Eigenthums der Einwohner? Hiervon ſind die verſchiedenen Regierungen derSchweiz vollkommen durchdrungen; fuͤr gemeinnuͤtzige undwohlthaͤtige Zwecke ſchießen die Schweizer ſo gern nahm-hafte Summen zuſammen, und dem ungeachtet hat manhier in der volkreichſten Gegend des Landes ſeit 60 Jahrenden Verheerungen des Waſſers und der Entſtehung derSuͤmpfe ſo ruhig zugeſehen, als es nur in irgend einertuͤrkiſchen Provinz geſchehen kann. Es ſcheint mir wichtig,die wahre Urſache dieſer auffallenden Verwaltungsnach-laͤſſigkeit beſtimmt anzugeben, und ich wiederhole, was ichſchon bei Gelegenheit des Eiſenbergwerks in der VogteiSargans ſagte, der ganze Vorwurf hierin trifft einzig undallein die politiſche Verfaſſung der Schweiz , deren ſtrengesFoͤderativſyſtem Nationalintereſſe und Verwaltung toͤdtet.Die Kantone Glaris und Schwiz , deren Gebiet unmittel-bar von den Ueberſchwemmungen und der Verſumpfungleidet, haben ſchon mehrere Male Ortsunterſuchung an-ſtellen laſſen; allein die Ausfuͤhrung der Entwuͤrfe zuSteuerung des Uebels uͤberſteigt die Kraͤfte dieſer beidenkleinen unbeguͤterten Staaten. Die 13 ſouverainen Kan-tone ſind nur durch politiſche Bande zuſammengehalten;alle uͤbrige Angelegenheiten eines jeden ſind dem andern7 ganz