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2 (1802) Schilderung des Gebirgsvolkes vom Kanton Glarus und der Vogteien Uznach, Gaster, Sargans, Werdenberg, Sax und Rheinthal, des Toggenburgs, der alten Landschaft, der Stadt St. Gallen und des östlichen Theils des Kantons Zürich / von Johann Gottfried Ebel
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von Toggenburg. Nach dem Tode deſſelben ward ſie einZankapfel zwiſchen den Kantonen Zuͤrich, Schwiz undGlaris, und gab Gelegenheit zu dem erſten Buͤrgerkriegeder jungen Eidgenoſſenſchaft, die dabei faſt zu Grundeging. Zuͤrich verlor Gaſter, der Herzog Friedrich loͤſetees wieder ein, und geſtand den Einwohnern zu, mit Glarisund Schwiz ein Schutzbuͤnduiß auf 30 Jahre zu errichten.Kurze Zeit darauf wußten die erſtern es dahin zu bringen,daß ihnen der Herzog ſeine Oberherrſchaft abtrat. Schwiz und Glaris, deren Abſichten dadurch ganz vernichtet wur-den, ſuchten die Einwohner des Gaſters zu bereden, ihrerFreiheit zu entſagen, und die Souverainitaͤt au den Herzogzuruͤck zu ſtellen. Es gelang ihnen wirklich. Kaum hattenſich die Landleute Gaſters freiwillig wieder ins Joch derOeſtreichiſchen Unterthaͤnigkeit geſpannt, ſo verpfaͤndete derHerzog 1438 die ganze Herrſchaft fuͤr 3000 Gulden anGlaris und Schwiz . Sie wurde nie eingeloͤſt, und bliebſeit jener Zeit den freien Voͤlkern dieſer beiden Kantoneunterthaͤnig.

Die buͤrgerliche Lage der Einwohner dieſer Landſchaftzeigt ein ſonderbares Gemiſch von Leibeigenſchaft mit einigen aͤußern Formen der freien Verfaſſungen von Glarisund Schwiz . Dieſe beiden Kantone regieren Gaſter durcheinen Landvogt, den ſie wechſelsweiſe alle zwei Jahre er-waͤhlen, und durch Abgeſandte dem Volke vorſtellen laſſen.Da der Landvogt nicht in der Landſchaft wohnt, ſoudernnur zu gewiſſen Epochen des Jahres und bei außerordent-lichen Vorfaͤllen dahin reiſt, ſo wird ſeine Stelle durcheinen Statthalter(Untervogt genannt) vertreten, welchervon den beiden Kautonen auf Lebenslang geſetzt wird. Dieandern Nebenbeamten des Landvogts, naͤmlich der Land-ſchreiber und Landweibel, haͤngen von der Wahl der Land-leute