hohe Landeshoheit und Kriminal-Juſtiz ſtund bei demdeutſchen Reiche, an welches Glarus jaͤhrlich 200 PfundSteuern zahlte. Ohnerachtet der vielen Laſten und Ab—gaben, welche dieſes Laͤndchen entrichtete, mußte es fuͤrſeinen Schutz und alle andere Angelegenheiten, welche Aus-gaben erforderten, noch ſelbſt ſorgen. Aus dieſem Grundehielt das Volk Landesgemeinden, ernannte einen Ammannund Raͤthe, denen die innere dkonomiſche Verwaltungoblag, und welche Schutzbuͤndniſſe mit den Nachbarn ein-gehen durften. 5
Dieß war die Lage der Glarner bis gegen Ende des13. Jahrhunderts. Rudolph von Habsburgs Nachkom-men ſuchten durch alle Mittel eigenmaͤchtige Herren derReichslande in der Schweiz zu werden. Schon hatte basHaus Oeſtreich 1308 alle Burglehne, erbliche Aemter inGlarus an ſich gebracht, die Oberherrlichkeit und die erbliche Reichsvogtei ſich zuzueignen gewußt, und die AbteiSekingen blieb bloß niederer Gerichtsherr. Oeſtreich ſetztefremde Barone zu Meiern, und verſagte die Erneuerungder hergebrachten Freiheiten, wie die Glarner ſie nannten,
als 1337 eine Feuersbrunſt alle pergamentne Urkundenverzehrt hatte.
Waͤhrend dieſer Zeit hatten ihre Nachbarn, die Berg-voͤlker von Uri, Schwiz und Unterwalden, das oſtreichiſcheJoch abgeſchuͤttelt und einen Vertheidigungsbund errichtet,
dem
kounte, mußte er ſechs edle Herrn zu Buͤrgen ſtellen, unge-
achtet von einem ſeiner Freunde 3 Pfund auf Rechnung ab-gezahlt wurden.
11) Kellner war der Einnehmer aller Abgaben, welche vonden Grundſtuͤcken, dem Vieh und den Menſchen erhobegwurden. J