Das Rautifeld zwiſchen Naͤfels und dem Sonnenberge iſt der merkwuͤrdige Platz, wo dieſer blutige Kampfmit ſo ungleichen Kraͤften gefochten ward, und aus welchemGlarus und der Eidgenoſſenſchaft Freiheit ſiegend fuͤr diekuͤnftigen Jahrhunderte hervorging. Zehn Steine mitder einfachen Aufſchrift 1388 bezeichnen noch heute diewiederholten Angriffe des Oeſtreichiſchen Heers. DerWahlplatz war mit erſchlagenen Feinden bedeckt; manzaͤhlte hier 183 vornehme Ritter und Grafen*) und 2500Gemeine. Eine Menge andrer fielen noch auf der Fluchtunter dem Schwerte, oder ertranken in den Fluthen derMag und des Wallenſees. Von den Eidgenoſſen blutetenan dieſem Tage fuͤrs Vaterland uͤber 163,**) faſt dieHaͤlfte des ganzen Streithaufeus. Fuͤnf und funfzig 5)Helden
*) Manche adeliche Familie verlor 2 bis 3 ihrer Glieder. DieAnverwandten der gebliebenen Ritter wollten bald nach derSchlacht ein Kloſter hier erbauen, allein ſie erhielten dieEinwilligung des Volkes von Glarus nicht. Im folgendenJahre 1389 grub Bilgeri von Wagenburg, Abbt des KloſtersRuͤti (oberhalb Rapperswyl), mit eignen Haͤnden die Koͤrperaller um Naͤfels begrabenen Ritter aus, und ließ ſie in ſeineAbteikirche beiſetzen. Kaum ward es den Familien bekannt,ſo beeiferten ſie ſich die Abtei zu beſchenken und zu bereichern,wodurch der liſtige Abdt ſein Kloſter aus der tiefſten Armuthrettete.
„) Man kann wohl vermuthen, daß an dieſem Tage der hoͤch-ſten Gefahr alle ſtreitbare Maͤnner von Glaris unter demMathias am Buel gefochten haben; der Verluſt von 58Glarnern in dieſer Schlacht, von mehr als 100 Verwundetenund von 29 Todten in der Mordnacht zu Weſen war daherſuͤr die dnmälige geringe Volksmenge außerordentlich groß.