ſo ordneten die Glarner ein. Obergericht von 15 Gliedern,entwarfen andere fuͤr die Umſtaͤnde nothwendige Geſetze,und nahmen die Einwohner von Niederurnen und Villen-ſpach auf den Kerenzerberg in ihr Landrecht auf. Die merk—-wuͤrdige Schlacht bei Naͤfels 1388 entſchied das Schickſalvon Glarus und rettete den Bund der Eidgenoſſen. Demungeachtet fuhren die ſiegenden Glarner fort, alle Feudal-Gefaͤlle an Sekingen und Oeſtreich zu entrichten. Nachund nach kauften ſie ſich los, und wurden zuletzt 1415 durchKaiſer Sigismund von aller Zinsbarkeit gegen Oeſtreich,und von aller Abhaͤngigigkeit gegen das deutſche Reich frei-geſpochen. Um dieſelbe Zeit vereinigten ſich die uͤbrigenDoͤrfer auf und an dem Kerenzerberg, welche bisher zu derGrafſchaft Gaſter geboͤrt hatten, mit Glarus . Dieſe Ge-meinden konnten ſich von aller Zinsbarkeit gegen das Stiftund die Kirche Schaͤnnis erſt am Ende des 16. Jahrhun-derts gaͤnzlich loſen. Zum Andenken an die ehemaligeKnechtſchaft bezahlt das Volk von Glarus bis auf den heu-tigen Tag jaͤhrlich 16 Gulden aus der Landeskaſſe an dieAbtei Sekingen. aErſt ſeit 1415 fuͤhlten ſich die Glarner unabhaͤngigvon ihren ehemaligen Gebietern. Es fehlte ihnen nun zumgaͤnzlichen Genuß der unumſchraͤnkten Gewalt eines freienVolkes nichts mehr, als die Aufhebung der Abhaͤngigkeit,in der ſie ſich gegen ihre Miteidgenoſſen durch den erſtenBund von 1352 befanden. Dieſem zu Folge durfte Glarus ohne Willen der vier Kantone kein anderes Buͤndniß ein-gehn, mußte auf deren Anforderung jedem ihrer Buͤndniſſebeitreten, Verraͤther aus Glarus fielen in die Gewalt dervier Orte, und die ſe allein konnten die verſchiedenen Ar-tikel dieſes Bundes nach Belieben veraͤndern, mehren undmindern. Nur erſt 1450 wurde dieſer von den Glarnerngenannte boͤſe Bund durch das eifrige Bemuͤhn desLand-
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Buch
2 (1802) Schilderung des Gebirgsvolkes vom Kanton Glarus und der Vogteien Uznach, Gaster, Sargans, Werdenberg, Sax und Rheinthal, des Toggenburgs, der alten Landschaft, der Stadt St. Gallen und des östlichen Theils des Kantons Zürich / von Johann Gottfried Ebel
Seite
312
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