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2 (1802) Schilderung des Gebirgsvolkes vom Kanton Glarus und der Vogteien Uznach, Gaster, Sargans, Werdenberg, Sax und Rheinthal, des Toggenburgs, der alten Landschaft, der Stadt St. Gallen und des östlichen Theils des Kantons Zürich / von Johann Gottfried Ebel
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323
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Das Haupt der Republik , der Landammanßt, er-offnet die Volksverſammlung mit einer Rede, und leiſtetfolgenden Eid:

Ich ſchwoͤre zu Gott, des Landes Nutz und Ehr zufordern, allen Schaden zu waͤhren und zu wenden, alsfern ich das verſtehe, ungefaͤhrlich, auch Wittwen undWaiſen zu ſchirmen, und ein gleicher Richter zu ſeyn

dem Armen als dem Reichen, und dem Reichen als

dem Armen, und das durch nicht zulaſſen noch zuthun, weder durch Freundſchaft noch Feindſchaft, durch Forcht,durch Liebe noch Leyd, weder durch Mieth noch Gaben,und durch keinerlei Sachen wann darum zu nehmen,den rechten Lohn.(J. 1448.)*)Nach ihm ſchwoͤren die uͤbrigen Beamte, und zuletzt dasganze Volk den im 7ten Artikel erwahnten Eid. Hieraufbeginnen dann alle Verhandlungen.

10.

Nachdem uͤber eine Sache hinreichend berathſchlagtworden iſt, ſo laͤßt der Landammann uͤber die verſchiednenHauptmeinungen das Mehr ergehen. Sobald der Landammann bei ſeinem Eide das Mehr erkannt hat, ſo ſoll esdabei ſein unabaͤnderliches Verbleiben haben, dagegen auf-zuſtehen, zu rathen oder ſelbiges nicht gelten zu laſſen, iſtbei 10 Kronen verboten.(J. 1688.)

Alle Gebote, Verbote, Geſetze und Ordnungen, welchevon einer Landsgemeinde, oder vom Ammann, StatthalterX 23 und

*) Wo von alten Geſetzen die Rede iſt, ſchien mir eine treueAbſchrift derſelben, wie ſie in den alten Landbuͤchern niedergeſchrieben ſtehen, nuͤtzlich, indem auch die Abfaſſung derGeſetze zur Schilderung eines Volks gehoͤrt. Der Leſen wirdleicht bemerken, wo ich mich der Ausdrucke der Glarner Kanzlei bediene.