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Erde und Mond.
§. 11 .
Die Ebene der Mondbaiin ist gegen die Ebene der Erdbahn im Mittel 5° 8' 47" geneigt. DieDurchsclinitlspunkte der beiden Ebenen heissen die Knoten. Derjenige Punkt, wo der Mond vonder südlichen Seile der Erdbahn kommt, und zur nördlichen übergeht, heisst der aufsteigendcKnoten - Q - und derjenige Punkt, wo sich der Mond von der nördlichen zur südlichen Seite derErdbahn wendet, der niedersteigende Knoten - -•
Beide Knotenpunkte stehen in der Ekliptik 180° von einander entfernt, andern stets ihre Lage,weichen jährlich um 19° 19' 43" 36 in tropischer Bewegung von Osten nach Westen zurück, undvollenden ihren tropischen Umlauf in 18 J. 228 T. 4 St. 16 / -", ihren syderischen aber in 18 J.223 T. 9 St. 22' 40".
Steht der Mond zur Zeit des neuen Lichtes in, oder nahe dem Knotenpunkte seiner Bahn, sosehen wir ihn vor der Sonuenscheihe vorübergehen, diese ganz oder zum Theil verdunkeln, undnennen diess eine totale oder partiale Sonnen finsterniss Befindet sich dagegen der Mondzur Zeit des vollen Lichtes in oder nahe der Ebene der Erdbahn, so bemerken wir, dass derselbeganz oder zum Theil in den Erdschatten tritt, sein Licht völlig oder theilweise verliert und nennendiess eine totale oder partiale Moudfinsterniss.
§. 12 .
Ausser der Ungleichheit des Mondlaufs, deren Ursache die elliptische Form der Bahn ist, unddie unter dem Namen der Mittelpunkts-Gleichung höchstens 6° 18' 28" beträgt, bringen die verschie-denen Stellungen des Mondes gegen Erde und Sonne, die schnelle Bewegung der Knoten und der
Apsidenlinie seiner Bahn, die kleinere oder grössere Entfernung der Erde von der Sonne, und die
Aenderung, die der Durchschnittspunkt des Widders jährlich erleidet, bedeutende Ungleichheiten inder Bewegung des Mondes hervor.
Die erste Ungleichheit bemerkt man darinnen, dass der Mond in der Erdnähe und in der
Erdferne, Lei verschiedenen Umläufen nicht immer in demselben Durchmesser erscheint, und die
grösste und kleinste Geschwindigkeit des Mondes in diesen Punkten seiner Bahn nicht gleich gross ist.Diese Ungleichheit, die Ptolcmaeus zuerst bemerkte, und die in einer periodischen Veränderung derExcentrieität der Mondbahn besteht, heisst die Evcclion.
Der Werth derselben kann auf 1° 20' 30" gehen, und ist stets dem Sinus der doppelten mitt-lern Entfernung des Mondes von der Sonne, weniger der mittlern Anomalie — Abstand vom Apogäo —des Mondes proportional. Er wird also am grössten, wenn der Mond in der Apsidenlinie steht undneues oder volles Licht hat, und am kleinsten, wenn dieser Lichlwechsel 90° von der Apsidenlinieentfernt erfolgt.
Eine zweite Ungleichheit findet in der Bewegung des Mondes statt, die von Tycho de Bralie,
*) Das Jahr zu 365 Tagen gerechnet.