Erde und Mond.
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dem Entdecker derselben, Variation genannt wurde. Diese ist am grössten, wenn der Mond sich45° 135°, 225° und 315° von der Sonne ostwärts befindet, und besteht in einer veränderten Ge-schwindigkeit des Mondlaufs an diesen Punkten der Bahn, beträgt höchstens 37' 6"; wird, wennder Mond 0° 90° 180° 270° ostwärts von der Sonne steht, Null, und ist stets dem Sinus der dop-pelten Entfernung des Mondes von der Sonne proportional.
Der verschiedene Abstand der Erde von der Sonne ist Ursache einer dritten Ungleichheit inder Bewegung des Mondes, -welche die jährliche Gleichung genannt wird. Ihr grösster Werthzeigt sich im März und September, wenn die Erde in ihrer mildern Entfernung von der Sonne ist,und beträgt ID 12". Im Januar und Juni, wenn die Erde die grösste Sonnennähe oder Sonnenferneerreicht hat, ist diese Gleichung Null .
Die Anwendung dieser Hauptverbesserungcn bei Berechnung des wahren Mondorts reicht aber nichtaus, denselben mit der erforderlichen Genauigkeit zu bestimmen* Lange Zeit blieben die Ursachender noch vorhandenen Unregelmässigkeiten im Mond lauf zweifelhaft, bis Newton für die Rechnungder wechselseitigen Anziehung der Körper unsers Sonnensystems mehrere Gleichungen entwickelte, undden Ort des Mondes genauer zu bestimmen lehrte.
Seine Theorie vervollkommneten um die Mitte des vorigen Jahrhunderts L. Euler , T. Mayer,Clairaul und d’Alcmbert und neuerdings insbesondere Lagrange und Laplace .
T. Mayer, dem die Astronomie so sehr viel verdankt, berechnete Mondstafcln, die zu seinerZeit als die besten erprobt waren. Fortgesetzte Beobachtungen mit immer vollkommnern Instrumen-ten, und die Entwickelungen einiger neuen Störungsglcichungen aus der Theorie der Mondbewegungdurch Laplace, machten die Entwerfung noch genauerer Mondstafeln möglich, und diese verdankenwir den thätigen Bemühungen eines Bradley, Mason, Bürg und Burckhardt. Die der beidenLetztem sind jetzt als die vollkommensten erkannt. —
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Beobachtungen der Mondfläche lehren, dass der Mond der Erde, mit geringen Schwankungen,immer dieselbe Seite zukelirt. Hieraus folgt, dass derselbe in der nehmlichen Zeit seines sydorischenUmlaufs sieh um seine Axe drehet, und die Sonne nach einem synodischen Monat, über einer Mpnd-gegend wieder im Meridian steht.
Sorgfältige, von Cassini und T. Mayer zu verschiedenen Zeiten angcstellte Vergleichungen desOrts der Moudhcrge auf der scheinbaren Mondscheibe lebten, dass die Umdrehung des Mondes umseine Axe ganz gleichförmig geschieht, dass diese Axe nicht ganz senkrecht auf der Ebene der Eklip-tik steht, sondern gegen diese 88° 31' geneigt ist, und dass der Q des Mondäquators mit dem t5der Mondbahn, und der des Moudäquators mit dem ^ (1er Mondbahn zusanimenfällt. Sehr nahedas nelimliche Resultat erhielt neuerlich Nicollct zu Paris aus 124 von Bouvard in den Jahren180fi — 1810 gemachten Beobachtungen des Ringgebirgs Mauilius.
Die Knoten des Mondäquators gehen daher jährlich mit den Knoten der Mondbahn um 19° \ 9'43" 3(j zurück, und die Mondaxe beschreibt in i 8 J. 228 T. 4 St. 16' —" einen kleinen Kreis umdie Pole der Ekliptik, dessen Halbmesser 1° 29" beträgt.