eines Regenten. 83
etwan die Sache noch nicht weit gediehen iſt, oderwenn man ſonſt den Hof zu ſchonen Urſache hat.Zuweilen aber geſchieht es auch oͤffentlich mitgroßem Aufſehen, indem man entweder dem Ge-ſandten dieſes Hofes ſich ſchleunig zu entfernenauferleget, oder ihn wohl gar in Verhaft nehmenlaͤßt, wenn eine Art der Verraͤtherey wider denStaat durch ſeine Haͤnde gegangen iſt. Dieſesletztere geſchah in dieſem Jahrhunderte mit demſchwediſchen Geſandten in Engelland, und mitdem ſpaniſchen in Frankreich. Gemeiniglich leug-net alsdenn der Hof, daß er an dem Verfahrenſeines Geſandten, wenn er von etwas uͤberfuͤhretiſt, Theil genommen habe. Das abgezielte Vor-haben aber wird faſt allemal aufgegeben.
§. 51.
Dieſe Maaßregeln beſtehen gemeiniglich in hin⸗ ſic Nan ſuchatlaͤnglichen und vorthellhaftigen Buͤndniſſen. Man Bundniſſe zuhat aber zweyerley Arten derſelben, naͤmlich die An⸗ helfen.greifungs und Vertheidigungsbuͤndniſſe. Die An⸗“greifungsbuͤndniſſe, bey welchen es auf nichts gerin⸗ fananaedege-gers ankoͤmmt, als wirklich einen Krieg anzufangen, ſen.erfordern eine große Ueberlegung bey einem weiſenMonarchen. Er muß alſo wohl erwaͤgen, ob eineunumgaͤngliche Nothwendigkeit vorhanden ſey, ſei-nen Unterthanen die Loſt des Krieges, und die oͤftersmislichen Folgen deſſelben, uͤber den Hals zu zie-hen. Exr muß ſeine eigenen und ſeiner Bundesge-noſſen Kraͤfte, desgleichen die Kraͤfte des anzugrei-fenden Feindes, und was er etwan vor Beyſtand zuboffen hat, wohl beurtheilen*). Er ſoll ſich aber,außer dem hoͤchſten Nothfalle, am ſchwerlichſten dar-zu entſchließen, wenn der Krieg in der Naͤhe ſeinerLaͤnder gefuͤhret wird, indem er ſonſt bey einem wi-drigen Erfolge ſeine Unterthanen einer allzugroßenGefahr ausſetzet.
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*) Vor