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eines Staats. 97
Legion viele Jahre nach einander beybehielt. Aufdieſe Art wurden die roͤmiſchen Soldaten niemalsweder zu Krieges⸗ noch Friedenszeiten, weder indes Feindes Lande, noch in ihren eigenen Provin-zen bey dem Buͤrger oder Landmanne einquartiret.Gleichwie nun die Sommerlaͤger unſtreitig vongroßem Nutzen ſind: ſo ſollten wir auch die roͤmi-ſchen Winterlaͤger durch Errichtung der Caſernengewiſſermaßen nachahmen. Der Soldat kannauf dieſe Art nicht nur viel beſſer in Zucht undOrdnung erhalten werden; ſondern iſt auch denLandeseinwohnern zu keiner Laſt. Ich habe hier-von in dem dritten Stuͤcke der neuen Wahrheitenausfuͤhrlicher gehandelt.
§. 64.
Eines Kriegesheeres wahre Staͤrke koͤmmt haupt-ſaͤchlich auf eine genaue Zucht und Ordnung an; wobey man vor allen Dingen eine wahre Ehrbegierdeund eine Liebe vor das Land in ihnen zu erwecken be-muͤhet ſeyn muß. Es giebt naͤmlich dreyerley We-ge, ein Kriegesheer tapfer und unuͤberwindlich zumachen. 1) Wenn man ſie durch Ehre und Be-lohnungen und Liebe vor das Vaterland, nach demBeyſpiele der Roͤmer zur Tapferkeit aufmun-kert. 2) Wenn man ſie durch Geſtattung des Rau-bens und Pluͤnderns anreizet; wodurch Tamerlan,Attila und andere barbariſche Jeldherrn geſieget ha-ben; und 3) wenn ſie durch eine ſehr ſtrenge Zuchtaus Furcht der Strafe ihre Schuldigkeit thun muͤſ-ſen. Das erſte Mittel iſt bey itzigen zahlreichen Ar-meen und bey denen von dem roͤmiſchen Zuſtandeſehr unterſchiedenen Staatsverfaſſungen ſchwerlichthunlich. Das zweyte iſt unchriſtlich, ja barbariſchund unvernuͤnftig⸗). Dannenhero iſt das dritte miteinigen Ehren und Vorzuͤgen vor den Soldatenſtandallein anzurathen.
Staatsw. I. Th. G*) Es
Von der Zuchtdes Kriegeshee-res, und denMitteln, es ta-pfer zu machen.