Staats ge-ſchickt und fer-tig ſeyn.
96 Von den Vertheidigungsmitteln
Bereitſchaft und ſo gar in mobilem Stande erhaltenwerden, weil es ſonſt ſeinem Endzwecke eine ſchlechteGenuͤge leiſten kann; und es iſt in der That wider-ſprechend, daß man in vielen Laͤndern ſo große Ko-ſten auf die Armeen verwendet, und ihnen doch dienoͤthigſten Bereitſchaften zum Kriege ermangeln laͤßt;ſo, daß oͤfters verſchiedene Monate verſtreichen, ehedas Kriegesheer in Marſchfertigen Stand koͤmmt;da unterdeſſen entweder der Feind ſeine meiſten Ero-berungen machen kann, oder das Geheimniß der Un-ternehmung, indem die Ruͤſtung Aufſehens macht,verloren geht. Dennoch wuͤrde es nur maͤßige Ko-ſten annoch erfordern, das Kriegesheer ſeinem End-zwecke gemaͤß in beſtaͤndiger Bereitſchaft zu halten.Es iſt hierbey von großem Nutzen, daß man dasKriegesheer im Sommer die Feldlager beziehen laͤßt*)Die Soldaten werden dadurch das Ungemach desKrieges gewohnt, welches ſehr viel beytraͤgt, daß ſieihre Schuldigkeit wohl verrichten; wie ſie denn zueben dieſem Endzwecke nach dem Beyſpiele der Roͤ-mer zu Befeſtigung der Staͤdte, zu Grabung derCanaͤle, und dergleichen mehr, gegen einige Vermeh-rung ihres Gehalts, angewendet werden koͤnnten.
**) Die Roͤmer, deren Kriegeszucht und Ordnung ge-wiß vortrefflich geweſen iſt, wie alle diejenigen be-kennen muͤſſen, die in das Kriegesweſen genugſa-me Einſicht haben, ließen ihre Soldaten beſtaͤn-dig in Laͤgern ſtehen. Zu dem Ende hatte man ſowohl Winter⸗ als Sommerlaͤger. Die Sommer-laͤger waren nach Erforderung der Kriegesopera-tionen, oder nach Maaßgebung der Gefahr, einge-richtet, welche die roͤmiſchen Provinzen von be-nachbarten Voͤlkern zu befuͤrchten hatten; und indenſelben ſtanden drey, vier und mehr Legionen,nach Erforderung der Umſtaͤnde, bey einander.Ueberdieß aber hatte jede Legion ihr beſonderesWinterlager, welches aus dauerhaftigen Huͤttenvon Holz und Erde beſtand, und welches eine jede
Legion