Von den Krie-gesbeduͤrfniſſenund Bereit-ſchaften.
Von Huͤlfsvoͤl-kern.
102 Von den Vertheidigungsmitteln
wir haben doch ein Beyſpiel an den Roͤmern, daßdie Sache weder ſchwer noch unmoͤglich ſeyn muß.Sie hatten nicht eine Spur von einer Flotte, undwaren im Seeweſen gaͤnzlich ungeuͤbt. Dennoch,als ſie den Nutzen davon einſahen, ſo war in 270 Ta-gen eine wichtige Flotte fertig, die noch darzu gleichzum erſtenmale die geuͤbte carthaginenſiſche See-macht auf das Haupt ſchlug.
§. 69.
Zu allen dieſen Vertheidigungsmitteln werdenſehr viele Kriegesbereitſchaften, an Magazinen, Ge-wehr, Stuͤcken, Pulver und hundert andern Sa-chen erfordert, die, wenn ſie ermangeln, die gan-zen Vertheidigungsmittel fruchtlos machen. Einwohl eingerichteter Staat muß demnach alles dieſesin genugſamer Menge, ja im Ueberfluß in Bereit-ſchaft haben; denn man kann die Faͤlle nicht vor-aus ſehen, die ſich ereignen. Waͤhrendem Kriegeden Abgang oder Mangel zu erſetzen, iſt nicht al-lein oͤfters zu ſpaͤt; ſondern verurſachet auch allent-halben mehr Koſten. Dahero muß eine weiſe Re-gierung in Friedenszeiten an ſolchen Kriegesbeduͤrf-niſſen beſtaͤndig arbeiten laſſen; und es iſt gut, daßſie zu den meiſten Dingen eigene Fabriken unter-haͤlt, wobey ſie ſich aber dennoch der Entrepreneursbedienen kann, davon ſich im zweyten Theile weiterwird reden laſſen.
§. 7o0.
Allein oͤfters unterhaͤlt der Staat keine ſolche Krie-gesmacht, die dem Feinde gewachſen iſt. Er ſiehtſich demnach genoͤthiget, noch zu andern Vertheidi-gungsmitteln ſeine Zuflucht zu nehmen. Das ge-woͤhnlichſte iſt, daß man entweder ſeine hnoſſen