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der Gerechtigkeit. 133
Rechtsgelehrſamkeit iſt eine beſondere Wiſſenſchaft,die vornehmlich in einer vernuͤnftigen Kenntniß derin dem Staate vorhandenen guͤltigen Geſetze beſteht,und die folglich mit dem Zuſammenhange der Wiſſen-ſſchaften, die wir hier vortragen, nichts zu ſchaffenhat. Die Handhabung der Gerechtigkeit aber ge-hoͤret theils vor die Staatskunſt, theils vor die Po-licey. Die Staatskunſt muß ihre Aufmerkſamkeitdearauf richten, in ſo weit die Geſetze eine ſolche Bs-ſchaffenheit haben muͤſſen, daß ſie mit dem dermali-gen Zuſtande des gemeinen Weſens und denen be-ſondern Endzwecken, die ſich eine weiſe Regierungzu Bewirkung der gemeinſchaftlichen Wohlfahrt vor-geeſetzet hat, uͤbereinſtimmen, und hier muß ſich vor-nehmlich die Klugheit eines Geſetzgebers, der denZuſtand ſeines geſammten Staats, der verſchiede-nen Ordnungen der Unterthanen, und ihres Ver-haͤltniſſes gegen einander, ſowohl als die einreißendenLaſter und Unordnungen vollkommen einſieht, be-ſchhaͤfftiget erweiſen. Die Policey aber hat vornehm-licch die Anſtalten zu Ausuͤbung der Gerechtigkeit, diedearzu erforderlichen Gerichtshoͤfe und Perſonen, unddie Art und Weiſe ihres Verfahrens zu beſorgen.
§. 102.Daß aber die Geſetze mit dem Zuſtande des gemei-
gehoͤret vor dieStaatskunſtund Policey.
Die Geſetze
8 8 8.. it de.nen Weſens, mit der Beſchaffenheit der verſchiede⸗ maſen miscem
nen Ordnungen der Unterthanen, und den beſondern Staats uͤber-Endzwecken, die ſich eine weiſe Regierung vorſetzet, einſtimmen.
uͤbereinſtimmen muͤſſen(§. 101), kann gar keinemZweifel unterworfen werden. Es erfordert dieſesdie Natur der Geſetze, welche den Handlungender Menſchen, in ſo weit ſie ſich in einer buͤrgerli-chen Verfaſſung befinden, zur Richtſchnur dienen ſol-len, und die oberſte Gewalt wuͤrde wider ihren eige-nen Endzweck handeln, wenn dieſelbe Geſetze geben,
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