156 Von dem Reichthume des Staats.
Das Geld inden Noth und Duͤrftigkeit herrſchen. Hieraus nun kannLb1“ man ſich leicht einen Begriff machen, worinnen derthum des kan⸗ wahre und eigentliche Reichthum des Landes beſteht.6s Er koͤmmt naͤmlich bloß auf die genugſame Menge
Geldes an, die unter den Unterthanen vertheilet, indem Gewerbe befindlich iſt, und beſtaͤndig aus einerHand in die andere geht.
§. 129.
Der Regent Wenn alſo die Vorſorge vor die Gluͤckſeligkeit derPg an den Unterthanen, wozu der Regent verpflichtet iſt, erfor-
leichthum des 8 6 3
Landes zu ver⸗ dert, daß er dem Lande einen genugſamen Reichthummehren ſuchen, zu verſchaffen ſuche, damit ſich die Unterthanen nichtund 2) die Cir⸗ 3 8 F Ses 1”culation des allein durch ihre Arbeit und Fleiß die Mittel zu derGeldes beſor⸗ Nothdurft und Bequemlichkeit des Lebens erwerben
koͤnnen(§. 33); ſondern ſich auch im Stande befin-den, die Abgaben zu dem großen Aufwand des Staatsohne Abbruch ihrer Nothdurft zu ertragen; ſo muß ervornehmlich zweyerley Augenmerke vor ſich haben.Erſtlich muß er alle dienliche Anſtalten und Maaßre-geln ergreifen, damit der Reichthum des Landes zu denerwaͤhnten Endzwecken beſtaͤndig vermehret werde;und ſodenn muß er zweytens alle dienliche Mittel an-wenden, damit dieſer Reichthum des Landes beſtaͤndigin dem Gewerbe verkehret werde, und aus einer Handin die andere gehe.
§. 130.
Daraus en: Dieſe zwey Hauptaugenmerke des Regenten in Ab-füchen zwey Ab⸗ ſicht auf den Reichthum des Landes gebenuns demnachſchnitte. 3 6 1 8
Gelegenheit an die Hand, dieſe zweyte Hauptabthei-lung des erſten Buches fernerweit in zwey Abſchnit-te einzutheilen. Der erſte Abſchnitt wird naͤmlichvon Vermehrung des Reichthums des Staats, derzweyte aber von dem Umtriebe des Geldes inden Gewerben handeln.
Erſter