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1 (1758) Die Lehre von Erhaltung und Vermehrung des Vermögens des Staats, und mithin die Staatskunst, die Policey- und Commercien-Wissenschaft nebst der Haushaltungskunst / Johann Heinrich Gottlob von Justi
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164 Von Vermehrung der Einwohner

nun alſo ein weiſer Regent ſeine Laͤnder immer volk-reicher zu machen bemuͤhet ſeyn ſoll; ſo muͤſſen wirnunmehro die Mittel und Maaßregeln erwaͤgen,die er zu dem Ende zu ergreifen hat. Sie werdennatuͤrlicher Weiſe darauf ankommen, daß man Frem-den und Eingebornen die Wohnung in dem Landeangenehm zu machen ſuchet, und daß man diejenigenHinderniſſe aus dem Wege zu raͤumen bedacht iſt,welche der Vermehrung des Volkes im Wege ſtehen,oder die Menſchen vor der Zeit in den Tod liefern.

§. 141.

h girg Zufoͤrderſt muß in einem Lande, das immer volk.

rung gaͤtig und reicher werden ſoll, eine guͤtige und gelinde Regie-

gelinde ſeyn. rung vorhanden ſeyn. Die Menſchen, denen die

Gleichheit ihres Weſens, welches ſie von Natur mit

einander gemein empfangen, allzu unausloͤſchlich in

das Herz geſchrieben iſt, verabſcheuen nichts ſo ſehr,

als eine ſtrenge und ſclaviſche Beherrſchungsart;

und wenn ſie vollends wahrnehmen, daß die Strenge

keinen andern Endzweck hat, als ihr Blut und Ver-

moͤgen durch unerſchwingliche Abgaben auszuſaugen,

ſo wird ſie nichts, als die Unmoͤglichkeit, abhalten, ein

ſolches Land mit dem Ruͤcken anzuſehen. Ein Mo-

narch, der ſeine Laͤnder mehr bevoͤlkern will, muß

demnach in allen ſeinen Abſichten, Maaßregeln und

Handlungen nichts als Guͤtigkeitsvolle Geſinnungen,

und eine ungemeine Liebe vor ſein Volk auf das uͤber-

zeugendſte zu erkennen geben. Wenn die Menſchen

Befehle und Unterwuͤrfigkeit mit Vergnuͤgen ertra-

gen ſollen: ſo muͤſſen ſie in ihrem Herzen verſichert

ſeyn, daß alles aus Liebe und Vorſorge vor ihreWohlfahrt geſchieht.

§. 142.