der Commercien. 203
und geizig ſind; und die Armuth treibt ſie ebenan, auf Erfindungen zu ſinnen, um ſich dadurchin beſſere Umſtaͤnde zu ſetzen. Es muͤßte in derThat viel ſeyn, wenn ein Miniſter bey der Unter-ſtuͤtzung, die er dergleichen Leuten angedeyen laͤßt,nicht ſolche Maaßregeln ergreifen koͤnnte, daß dieRegierung keinen großen Schaden dabey litte. Einkleiner Verluſt aber darf bey ſolchen Dingen inkeinen Betracht gezogen werden. Wer gar nichtswagen will, der wird auch ſein Vermoͤgen nie-mals vergroͤßern. Dieſes iſt ſowohl bey Privat-perſonen, als bey den Anſtalten des Staats wahr.
§. 189.
Dieſer Grundſatz, daß man alles moͤgliche im Lan-de ſelbſt zu gewinnen ſuchen muͤſſe, iſt auch bey denFabriken und allen andern Waaren, die ſonſt indas Land eingegangen ſind, anzuwenden. Weilſich aber nicht alles auf einmal zu Stande bringenlaͤßt, ſo muß man ſich die vorhin beſchriebenen Ta-bellen(§. 185) zur Anleitung dienen laſſen, wel-che Waaren vorzuͤglich vor andern angeleget und be-foͤrdert werden ſollen. Diejenigen verdienen naͤm-lich allerdings die erſte Vorſorge, die am ſtaͤrkſtenim Lande verbrauchet werden, und wovor die meh-reſten Summen außer Landes gehen*). Wenn nunein Regent ſeine Bemuͤhungen mit wirkſamen An-ſtalten, wovon unten geredet werden ſoll, auf dieArt anwendet; ſo iſt gar kein Zweifel, daß nichtdie in das Land eingehenden Waaren merklich verrin-gert werden ſollten.
*) Diejenigen Waaren muß man zuerſt im Lande zugewinnen ſuchen, wovor das meiſte Geld außerLandes geht; ſodann muß man auf die Anlegungſolcher Manufacturen und Fabriken das zweyteAugenmerk nehmen, wodurch die meiſten Men-ſchen beſchaͤfftiget und ernaͤhret werden. Der Aus-fluß des Geldes iſt die Krankheit des Staats.
Dieſe
Der Grundſatzalles moͤglicheim Lande zu ge-winnen, mußſich auch aufFabriken undandere Waarenerſtrecken.
1