der Commercien. 207
eingerichtete Erziehung der Jugend der Trieb zu denCommercien gepflanzet werden. Ja wenn auchnur diejenigen Kinder, ſo in Hoſpitaͤlern und Wai-ſenhaͤuſern erzogen werden*), nicht allein zu Ma-nufacturen und mechaniſchen Kuͤnſten angefuͤhret,ſondern auch mit einem Triebe vor die Commercienerfuͤllet wuͤrden; ſo wuͤrden endlich dieſe das Geniedarzu bald weiter ausbreiten.
*) Man glaubet nicht ohne Grund, daß die Urſachevieler Laſter, und Ausſchweifungen und des fau-len und traͤgen Weſens, worinnen viele Einwoh-ner eines Landes verderben, in der ſchlechten Er-ziehung der Kinder, die ſie von ihren Aeltern ge-nießen, zu ſuchen ſey. Allein oͤfters giebt es ineinem Lande vortreffliche und reiche Stiftungenvon Hoſpitaͤlern und Waiſenhaͤuſern, worinneneine Menge Kinder erzogen werden: dennoch iſtdie Erziehung gemeiniglich darinnen nicht viekbeſſer beſchaffen, als bey den Aeltern. Es iſtwahr, ſie muͤſſen bethen, ſtudiren und arbeiten,allein die Anfuͤhrung darzu geſchieht auf eine Art,daß ihnen eben dadurch die Gottesfurcht, die Wiſ-ſenſchaften und die Arbeit gemeiniglich zum Ekelwerden; und wenn ſie dieſe Haͤuſer verlaſſen ha-ben: ſo werden vielen die Ausſchweifungen deſtoangenehmer. Man ſollte vornehmlich in ſolchenAnſtalten das Genie und den Willen der Kinderzu beſſern ſuchen, die Begriffe der Ehrlichkeit und
edlichkeit in ihnen gruͤnden, und einen Trieb zunuͤtzlichen Gewerben bey ihnen erwecken. Allein,das iſt kein Werk armer Studenten, die vor 6 Pfen-nige die Stunde lehren; und ſolche Anſtalten kann
man nicht allemal von der Direction der Geiſtlichenerwarten.
§. 193.
Hiernaͤchſt muͤſſen die Unterthanen noch durch be-ſondere Mittel zu dem Anbau und der Gewinnungſolcher Landeswaaren angerei zet werden. Man muß
denen-
Man muß dieUnterthanen zuGewinnungſolcher Waarenanreizen.