der Commercien. 209
G§. 194..
Man muß ſich auch huͤten, daß man in ſolchen mußsLandesproducten keine Monopolia und andere aͤhnli⸗ uroduete der-che Privilegien ertheilet. Dieſes hindert nicht nur, de Ne abnüthdaß dergleichen Waaren in ſolcher Menge gewonnen 2 Ernieewerden, als zu den auswaͤrtigen Commercien erfor-dert wird; ſondern da die Beſitzer ſolcher Privile-gien, welche das Verboth der Einfuhre ſolcherWaaren gemeiniglich vor ſich haben, allenfalls zu-frieden ſind, wenn ſie den Debit im Lande in einemhohen Preiße genießen: ſo wird dadurch die Waareallzutheuer, als daß ſie von den Auslaͤndern geſu-chet wuͤrde. Es ſind zwar ſolche Privilegia eineBelohnung und Anreizung, welche den Regenten amwenigſten koſten; und es iſt allerdings wahr, daßman ohne dieſelben, oder ohne andere weſentliche Un-terſtuͤtzung, ſein Vermoͤgen nicht leicht in ſolche Un⸗„ternehmungen waget. Allein, der Regent muß eheralle moͤgliche Koſten aufwenden, als dergleichen Pri-vilegien ertheilen, indem ſonſt alle ſeine Anſtaltenund Abſichten von keiner Wirkung ſind*).
*)⸗Heute zu Tage ſieht man faſt allenthalben die Rich-tigkeit dieſes Grundſatzes ein, und nimmt denſel-ben zur Richtſchnur. Allein, noch zu Anfange die-ſes Jahrhunderts waren die Regierungen allent-halben ſehr freygebig mit ſolchen Privilegien, die 8nunmehro ihren Nachfolgern zur großen Laſt ge-reichen. Es iſt wohl gewiß, daß dergleichen Pri-vilegien an ſich ſelbſt keine Guͤltigkeit haben koͤnnen.Denn alle Prioilegia verſtehen ſich, in ſo ferne ſiemit der Wohlfahrt des Staats uͤbereinſtimmen:und der Regierungs⸗Nachfolger kann auf keineandere Art zu deren Aufrechterhaltung verbundenſeyn. Unterdeſſen ſchreitet man in guͤtigen undgelinden Regierungen doch nicht gern zu eigen-maͤchtiger Aufhebung ſolcher Privilegien. Seinettztregierende Koͤnigl. Majeſt. von Daͤnemark ha-ben verſchiedene ſolche Privilegia, welche Dero
Staatsw. I. Th. O Vor-