der Commercien. 233
gang gewiſſer Waaren dem Abgange unſerer eigenenLandesproducte nachtheilig iſt*). Alsdenn koͤnnteman ſchon hoͤhere Durchgangsabgaben darauf legen.Allein, auch hier muß man vorher kluͤglich erwaͤgen,ob dieſe Erhoͤhung mit den Tractaten und unſererBefugniß uͤbereinſtimmet, oder ob wir unſern aus-waͤrtigen Commercien dadurch nicht auf andere ArtNachtheil zuziehen werden*—*).
*) Es koͤmmt hier das meiſte auf die Lage der Laͤnderan. Wenn ein Land ſo ſituiret iſt, daß es nach ei-ner gewiſſen Gegend nicht anders handeln kann, alsdurch unſer Land und durch unſere Meerengen, diein unſerer Gewalt ſind: ſo weiſet ihm dieſe ſeine La-ge ſchon an, daß er nur mittelbarer Weiſe unddurch unſere Hand in dieſe Gegend handeln ſolle.Will er uns dieſen Vortheil nicht goͤnnen; ſo ſindwir auch nicht ſchuldig, den ſeinigen, mit dem Nach-theile des unſerigen, zu befoͤrdern: und wir koͤnnenihm ſeinen Handel durch hohe Zoͤlle allerdings ſchwermachen, in ſo fern uns keine Tractaten und zu be-fuͤrchtende Repreſſalien die Haͤnde binden.
*) Die Erhoͤhung der Zoͤlle in Deutſchland haͤngt inden Landen der meiſten Reichsſtaͤnde nicht von derLandeshoheit ab, indem die Reichsgeſetze ernſtlicheVorſehung gethan haben, daß weder neue Zoͤlle an-geleget, noch die alten erhoͤhet werden ſollen. NurOeſterreich beſitzt hierinnen beſondere von dem Rei-che anerkannte Privilegia; und ein paar andereHaͤuſer wollen dergleichen vor ſich haben. Es ver-biethet ſich demnach bey den meiſten Reichsſtaͤndendieſe Erhdhung der Zoͤlle von ſelbſt: wenn ſie esnicht de facto thnn, wie man ſonſt von allen maͤch-tigen Reichsſtaͤnden Beyſpiele findet.
§. 218.
Gleichwie aber uͤberhaupt die Zoͤlle, Mauthen undAcciſen den Commercien zur Befoͤrderung und Di-rection(§. 210) nicht aber zur Beſchwerde und Hin-derniß gereichen ſollen: ſo muß eine weiſe Regierung
5 die
Die Zoll-Mauth⸗ undAcciſebedientenmuͤſſen im Zau-me gehaltenwerden.