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Schaden gethan, als andern geringen Obstbäumen,die wir vor sehr dauerhaftig und unserm Erdstrichegemäß ansehen. DieSeidenwürmerzucht selbst laßtsich gleichfalls in kalten Ländern bewerkstelligen, wieso gar die Versuche in Schweden aezeiget haben. Jameines Erachtens haben die nördlichen Lander vor denwarmern Gegenden hierinnen ein vieles zum voraus.An warmen Landern kann man die große Hitze, wel-che den Würmern allerdings schädlich und öfters tödk-lich ist, wenig oder gar nicht mäßigen. Die kalteWitterung aber schadet den Würmern nur in so weit,daß das Einspinnen sich länger verzieht, oder daß sielänger fressen. Allein diesem kann man durch einmäßiges E>nheizen leicht abhelfliche Maaße gebenA;dahingegen wider die große Hitze kein brauchbaresGegenmittel vorhanden ist.
Die gemäßigle Warme, welche der ig Grad des reau-wünschen Thermometers anzeiget, und die man denScidenwürmern durch das Einheizen beym Gebrau-che des Thermometers leicht geben kann, tragt sehrviel zum guten Gedcyen und größer»Nutzen derSei-kdcnwürmer bey. Ich habe ehedem hierüber Versu-che angestellet, und auf höchsten Befehl einen Unter-richt vor die österreichischen Lander verfertigen müs-sen, der sich in meinen neuen Wahrheiten eingerücktbefindet. Uebrigens habe ich in den göttingischenJntelligenzblättern in einer besondern Abhandlung,dasjenige, was ich hier nur kurz berühre, weitlausi-tig ausgeführet, nämlich, daß die kältern Länder vorden warmern in dem Seidenbaue einen großen Vor-zug haben; wie denn die Seidenwürmer eine so kalteund harte Natur haben, daß sie durch den stärk-sten Grad der gekünstelten Kalte, in welcher wenigGeschöpfe das Leben behalten, nach Ausweisung derdeshalb angestellten Versuche, nicht getödtet werdenkönnen.
§. 28z.
Gleichwie aber der Seidenbau, wenn er dem Lan-de in der That zum Nutzen gereichen soll, fast allge-
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Mittel, bei»Seidenbaueinzuführen.