298 Von dem Manufactur-
mein werden, und besonders von den Landleuten starkgetrieben werden muß: so wird zu dessen Einfüh-rung eine besondere Vorsorge des Regenten erfordert.Mit Anordnungen, Strafen und Aufsicht kann manhier schwerlich durchdrungen, weil ein besonderer Fielstund die eigene Neigung der Unterthanen darzu gehö-ret, worzu man sie nicht zwingen kann, ohne so vielAufseher dabey zu sehen, als Menschen sind, die sichdamit beschafftigen sollen. Es bleibt also nichts, alsder Weg der Belohnungen, übrig; und durch diesesMittel hat der vortreffliche Colbert in Frankreich denSeidenbau gar bald zu gründen gewußt. Es istwahr, er hat zu diesem Ende viele Millionen aufge-wendet. Allein, in der That, da er die Abgabenvermehrte: so that er nichts, als daß er mit der einenHand dasjenige wiedergab, was er mit der anderngenommen hatte. Unterdessen wurde der Seidenbaudadurch gar bald dergestalt in Flor gebracht, daßFrankreich durch denselben aus andern Landein wich-tige Reichthümer an sich gezogen hat. Se. königl.Majesi. von Preußen, die nach dero großen Einsichtdie wahren Mittel und Maaßregeln gar wohl zu er-wählen wissen, wenden iho auf die Gründung desSeidenbaues gleichfalls beträchtliche Summen auf.Diejenigen, welche weiße Maulbeerbaume erziehen,bekommen nicht nur ein ansehnliches Wartegeld, ohn-geachtet die Bäume das Eigenthum dererjenigenbleiben, die sie erzeugen; sondern es sind auch aufdie Seidenwürmerzucht selbst wichtige Prämienausgesetzt.
284.
Die Seiden- Wenn nun der Seidenbau selbst in den nördlichenlassen sich als- Ländern gar wohl möglich ist (§. 282): so kann diedenn leicht zu Anlegung der Seldenmanufacturen vielwenigerStande rm. Schwierigkeit finden. Die Zubereitung der Seide,
da