und Handwerks - Wesen. 299
da die so genannten Filokoria, oder die Maschinen,auf welchen die Seide gewunden und zum seidenenZeugmeben geschickt gemacht wird, kein großes Ge-heimniß mehr sind, kann ohne Mühe veranstaltetwerden; und die Seidenwebereien sind durch Beru-fung auswärtiger ManufacturierS, welche die innlän-bischen Bortenwirker und Linnendamastwebcr leichtuiuerr chcen und zu Hülfe nehmen können, gar baldin Stand zu sehen. Die Ersindung und Einrichtungder so genannten Desseins wird gemeiniglich vor da6schwereste den Errichtung der Seidenmanufacturengehalrcn. Allein es fehlt uns Deutschen gar nichtan Köpfen, die mit den schwierigsten Unternehmun-gen zu Stande kommen können; und es werden nuranfangs geschickte ausländische Personen darzu nöthigseyn. Diese, wenn man ihnen genugsam Brodt undNahrung giebt, sind auch ohne Mühe zu erlangen.
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Vor die feinen Tücher und andere feine Wollen- . Es lassen sichmanusackuren gehen gleichfalls beträchtliche Sinnen f"„^ruchma-außer Landes. Sie verdienen also nach den Seiden- nufacwren an«rnanufacturen das vornehmste Augenmerk des Re-genren. Es ist kein Zweifel, daß wir nicht auch mitdiesen Manufakturen leicht zu Stande kommen kön-nen. Wir haben in den meisten Gegenden vonDeutschland eine Wolle, die man mehr als mittel-mäßig gut nennen kann; und es ist kein Zweifel,daß wir nicht dieselbe durch gute Ordnungen ben derSchafzucht und durch allerley Zubereitungsmittelviel bester und zu feinen Tüchern geschickter erhaltenkönnten *). Die Engellander und Holländer selbstmüssen zu feinen Tüchern ihre Wolle mit der spani-schen vermischen. Der Weg, die spanische Westedurch Schifffahrt und Handlung zu bekommen, istuns gleichfalls nicht ver sperret. Unsere Tuchmacher,
wenn