gegen den Regenten und den Staat. 3839
§. 324.
Ob nun zwar die beyden vorhergehenden Arten des 3) Wenn derHochverraths allemal auch zugleich die Perſon des EEöö“Regenten angreifen und beleidigen; ſo giebt es doch niſters beleldi-auch eine Art der Staatsverbrechen, die lediglich“und allein wider die Perſon des Regenten gerichtetſind, und die man dannenhero als eine dritte Art be-trachten muß. Die oberſte Gewalt, als die Quellealler Gluͤckſeligkeiten des gemeinen Weſens muß denUnterthanen ſo ehrwuͤrdig und heilig ſeyn, daß ſieauch in ihrer Privatrache und beſondern Leidenſchaf-ten, wenn es weder um die aͤußerliche noch innerli-che Sicherheit zu thun iſt, nicht das geringſte nach-theilige und ſchimpfliche wider die Perſon des Regen-ten unternehmen; und es iſt kein Zweifel, daß nichtdeſſen koſtbares Leben und die Ehrerbiethung, die ervon ſeinen Unterthanen genießen muß, mit der Wohl-fahrt des Staats und der Wirkſamkeit ſeiner Maaß-regeln und Befehle in der engeſten Verbindung ſte-hen. Die ihm zugefuͤgten perſoͤnlichen Beleidigun-gen muͤſſen demnach allerdings als ein ſehr ſchweresVerbrechen angeſehen werden*); und weil deſſenoberſte Staatsbedienten die vornehmſten Werkzeugeſind, wodurch er die oberſte Gewalt ausuͤbet, ſomuͤſſen auch dieſe gewiſſer maßen an der Unverletz-lichkeit des Regenten Theil nehmen. In der Thatwuͤrden ſie auch uͤbel daran ſeyn, da ſie unmoͤglichdie verſchiedenen Leidenſchaften der Unterthanen der-geſtalt befriedigen koͤnnen, daß nicht hier und dortein Misvergnuͤgen wider ſie entſtehen ſollte, wennſie nicht wider die Privatrache eine beſondere Schutz-wehre haͤtten. Man hat demnach in den meiſtenLaͤndern geſetzlich verordnet, daß das Verbrechen derbeleidigten Majeſtaͤt auch wider ſie begangen wird;und die Natur der Sache macht ein ſolches Geſetz al-lerdings nothwendig**).Bb 3 ³*) Eben