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1 (1758) Die Lehre von Erhaltung und Vermehrung des Vermögens des Staats, und mithin die Staatskunst, die Policey- und Commercien-Wissenschaft nebst der Haushaltungskunst / Johann Heinrich Gottlob von Justi
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390 Von der Treue der Uuterthanen

**) Eben dieſes muß man vondenen wider den Regentenausgeſtoßenen ſchimpflichen und ehrenruͤhrigen Wor-ren behaupten. Eine ganz andere Frage aber iſtes, ob der Regent nicht ungleich erhabner und groß-muͤthiger handelt, wenn er dergleichen unbedacht-ſame Reden großmuͤthig uͤberſieht und verzeiht; in-dem er ſie ohnedem niemals erfaͤhrt, als durch dieniedertraͤchtigſten Gemuͤther, welche ihn zum Werk-zeuge der ſchaͤndlichſten Rache gebranchen wollen.Die roͤmiſchen Rechte haben von dieſer Sache einſehr ſchoͤnes Geſetz, welches mit den vortrefflichſtenGedanken erfuͤllet iſt.

**) Dieſes verſteht ſich, wenn ſie im Namen des Regen-ten ihr Amt ausuͤben, da ſie freylich vor aller Pri-vatrache geſichert ſeyn muͤſſen. Allein, wenn mandieſes ſo weit zu erſtrecken ſuchte, daß man ein Staats-verbrechen daraus machen wollte, wenn man an derGeſchicklichkeit der Miniſters zweifelte, und ungeſchick-te und ſchaͤdliche Miniſters von den Geſchaͤfften zu ent-fernen ſuchte, ſo wuͤrde man die Sache wider alle ge-

ſunde Begriffe viel zu weit treiben. Das roͤmiſcheRecht hat in der That dergleichen Geſetze; allein ſieſind von denen allerſchwaͤchſten Kaiſern gegeben wor-den, die ſich von ihren Miniſtern wie Kinder leiten lieſ-ſen; und dieſe Miniſter, welche die Wohlfahrt desReichs ſchlecht vor Augen hatten, und ſo gar ſelbſt dieBarbarn in das Reich ruften, ſetzten dieſe Geſetze alseine Schutzwehre um ſich her, damit ſie von tugend-haftigen und patriotiſchen Leuten nichts zu befuͤrchtenhaͤtten. Kurz Arcadius und Honorius ſind Urhe-ber dieſer Geſetze. Man braucht nur dieſe Namenzu wiſſen.

§. 325.

“ ünter. Da die Untreue das nachtheiligſte Verbrechen vorStaatgveröre⸗ die Wohlfahrt des Staats iſt, welches gemeiniglich. b- auf deſſem gaͤnzlichen Umſturz abzielet: ſo iſt leichtnach den Fer⸗ zu ermeſſen, daß der Staat die Unterthanen durch“ die haͤrteſten Lebensſtrafen davon abſchrecken muß.hen; jedoch Weil auch die Geheimniſſe des Staats mit der be-muß die Gerech⸗ gangenen Untreue gemeiniglich verwickelt 8g- ſo

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