Buch 
1 (1758) Die Lehre von Erhaltung und Vermehrung des Vermögens des Staats, und mithin die Staatskunst, die Policey- und Commercien-Wissenschaft nebst der Haushaltungskunst / Johann Heinrich Gottlob von Justi
Entstehung
Seite
498
JPEG-Download
 

498 Von der Wirthſchaft

2) wie das Hausweſen ſelbſt ohne Abſicht auf dieGewerbe in den Staͤdten am beſten eingerichtet wer-Die Gewerbe den kann. Es ſind aber alle Gewerbe, ſo in denſed Segenge Staͤdten getrieben werden, a) entweder eigentlicherungs⸗Geweibe, Stadtnahrungsgeſchaͤffte, worunter vornehmlich al-8 le Arten von Commercien, Kramereyen und Hoͤcke-reyen, wie nicht weniger alle Arten von Manufactu-ren, Fabriken und Handwerken gehoͤren; und dieſeſollten ſo vorzuͤglich die eigentliche Nahrung derStaͤdte ſeyn, daß ſie auch außer ganz beſondern Um-ſtaͤnden auf dem Lande nicht einmal geduldet werdend) gemiſchte, ſollten; oder es ſind b) gemiſchte Nahrungsgeſchaͤff-te, die naͤmlich ſowohl in der Stadt, als auf demLande getrieben werden koͤnnen. Weil ſie aber docham meiſten in den Staͤdten ausgeuͤbet werden: ſofinden ſie hier am beſten ihre Stelle. Ich will al-ſo zufoͤrderſt die Anſtalten und Einrichtungen beyden eigentlichen Stadtnahrungsgeſchaͤfften bemer-ken, ſodenn aber die gemiſchten Nahrungsgeſchaͤfftenach der Reihe durchgehen, und das Noͤthigſte da-von beybringen.

§. 484.Nothige Uebe⸗ Ein jeder, der ein Stadtnahrungs⸗Geſchaͤffte an-lezung bey n, fangen will, muß demnach zufoͤrderſt einen genauenwerbes. Entwurf und Ueberſchlag machen(§. 436.), ob derGrund und Anfang ſeines Vermoͤgens, naͤmlich ſeinebeſitzenden Guͤter und Geſchicklichkeiten(§. 420.)alſo beſchaffen ſind, daß er ſich einen gluͤcklichenFortgang in ſeinem Vorhaben zu verſprechen habe.Hier muß er nun vornehmlich auf die Verfaſſungſeiner Stadt Betracht nehmen, ob er die nach der-ſelben erforderlichen Eigenſchaften und Beſchaffen-heiten beſitze, oder ſich dieſelben verſchaffen koͤnne,und ob der Anfang des Gewerbes ſofort einigesVermoͤgen erfordere, oder ob ſich mit wenigem an-fangen