518 Von der Wirthſchaft
zu dem Hausweſen in den Staͤdten(§. 483.). DasHausweſen oder die innerliche Einrichtung der Haus-haltung iſt nicht nur bey allen Gewerbe treibendenPerſonen von dem Nahrungsgeſchaͤffte ſelbſt unter-ſchieden; ſondern es giebt auch in jeder Stadt eineMenge Perſonen und Familien, die gar kein Gewerbehaben, ſondern bloß von ihren Bedienungen undEinkuͤnften leben. Da nun die Art und Weiſe dieHaushaltung oder das Hausweſen auf dem Landezu fuͤhren, von der Hauswirthſchaft in den Staͤdtenſehr unterſchieden iſt, indem dort das meiſte, waszur Nothdurft und Bequemlichkeit des Lebens gehoͤ-ret, aus der Landwirthſchaft ſelbſt genommen wird;hier aber alles vor baar Geld bezahlet werden muß;
ſo iſt es allerdings noͤthig, daß wir von dem Haus-weſen in den Staͤdten beſonders handeln.
§. 500.Pon dem zu Es muß ſich aber die innerliche Einrichtung desHanshattungs⸗ Hausweſens in den Staͤdten zufoͤrderſt auf die allge-
Etat in den meinen Haushaltungsregeln gruͤnden, die wir inStaͤdten. 9H 5 gsreg g 6
dem vorhergehenden Abſchnitte beygebracht haben.Man muß vor allen Dingen einen allgemeinen Etatſeiner Einkuͤnfte und ſeines Aufwandes machen, der-geſtalt, daß von den Einkuͤnften nach Beſchaffenheitderſelben und unſeres Standes, wo moͤglich etwaserſparet wird; und nach dieſem Etat muͤſſen ſich alleAusgaben der Wohnung, oder Miethgelder, derKuͤche, des Kellers, des Stalles, und kurz derganzen Haushaltung richten, ſo daß man ohne dieallerhoͤchſte Nothwendigkeit niemals davon abweichenmuß. Beſonders aber muß feſtgeſetzet ſeyn, wastaͤglich oder woͤchentlich auf die Kuͤche verwendetwerden ſoll; und zwar muß man hierzu viel wenigerbeſtimmen, als nach dem jaͤhrlichen Etat zum Auf-wande der Kuͤche auf einen Tag oder Woche ausfaͤllt,weil