Buch 
1 (1758) Die Lehre von Erhaltung und Vermehrung des Vermögens des Staats, und mithin die Staatskunst, die Policey- und Commercien-Wissenschaft nebst der Haushaltungskunst / Johann Heinrich Gottlob von Justi
Entstehung
Seite
519
JPEG-Download
 

in den Staͤdten. 519

weil die Gelegenheit zu Beſuchen und Gaſtereyen inden Staͤdten ſich viel haͤufiger ereignen, als auf demLande, die einen groͤßern Aufwand in der Kuͤche, alsgewoͤhnlich, erfordern, und die nach den Regeln derHoͤflichkeit und des Wohlſtandes ſchwerlich vermie-den werden koͤnnen. Uebrigens muͤſſen in einer an-ſehnlichen Haushaltung in den Staͤdten alle Artenvon Mobilien nach gewiſſen Claſſen und der Verrich-tungen der Bedienten in Inventaria und Verzeich-niſſe gebracht ſeyn, davon der Bediente, der dieſeSachen unter Haͤnden hat, zur Berechnung und Re-chenſchaft haften muß; wie denn ein jeder ſeine an-gewieſenen Verrichtungen haben, und uͤberhaupt einevernuͤnftige Ordnung in allen Dingen beobachtetwerden muß.

§. 501.

Da in den Staͤdten alles vor baar Geld ange⸗ Obman in denſchafft werden muß, ſo fragt es ſich, ob es rathſam Ctüdten veerc-ſey, auf Vorraͤthe in der Haushaltung bedacht zu haltung anſchaf-ſeyn. Diejenigen, ſo der Landwirthſchaft, vorher S hgewohnt geweſen ſind, oder die Regeln der Stadtund Landwirthſchaft nicht genug von einander unter-ſcheiden koͤnnen, bilden ſich gemeiniglich ein, daßin ſolchen Vorraͤthen auch bey dem Hausweſen inStaͤdten eine ſehr kluge Wirthſchaft beſtehe. Allein,ob ich zwar nicht verwerfe, daß man in verſchiede-nen Dingen, die der Verderbung nicht unterworfenſind, wenn man genugſam Raum dazu hat, ſich mitVorrath auf das ganze Jahr verſorgen kann; ſo mußman doch dieſes nicht als eine allgemeine Regel an-ſehen. Es wird zur Aufbehaltung ſolcher Vorraͤtheein großer Raum erfordert, welcher den in Staͤdtengemeiniglich theuren Miethzins vergroͤßert. Sodennſind ſolche Vorraͤthe allerley Schaͤden und Verderbenunterworfen, welche, wenn ſie genau gerechnet wer-

4 den