Von den; Ackerbaus.
57l
drungen sind, und die folglich geruhet hat, durch ei-nen darzu besonders erfundenen Pflug heraufgeholet,dadurch eine größere Fruchtbarkeit erhalten, alledrey Jahre mit dieser Art des Pflügens fortgefah.ren, und mithin die Ruhezeit oder die Brache derAecker ersparet werden sollte. So viel ist gewiß,daß diese Erfindung auf den richtigen Grundsätzender Fruchtbarkeit und des Wachsthums der Pflan-zen beruhet. Denn da die Wurzeln des Getreidesund anderer Gewächse nicht tiefer eindringen, alsdas Pflügen die Erde mürbe und locker gemacht hat:so können sie folglich die alkalischen und urinösischenSalztheilchen aus der Erde nur so weit an sich zie-hen: und die untere Erde ist mithin noch genugsamdamit erfüllet, um eine neue und größere Fruchtbar-keit zu bewirken. Allein, so viel ist gleichfalls un-streitig, daß diese Erfindung an den wenigsten Or-ten brauchbar ist, weil die gute Ackererde, die ge-meiniglich durch die lange Bearkung und Mistungder Aecker erst entstanden ist, in den meisten Gegen-den kaum so tief geht, als gepflüget wird. Ueber-dieß erfodrrt dieseArt des Pflügens gedoppeltes Zug-vieh, weil der vom Herrn Kretzschmar vorgeschlagenePflug von vier Pferden gezogen werden muß, oderes müssen zwey Pflüge in einer Furche hinter einan-dccgehen; und der Vortheil wird also nicht groß seyn.Unterdessen muß man der Bemühung des HerrnKretzschmars ihr gebührendes Lob zugestehen *); wiedenn unter seinen übrigen Vorschlagen von den Ge-hölzen, Teichen, und von der Art die Viehsütterungzu gewinnen, viele nützliche und brauchbare Sa-chen sind.
P Ob man zwar diese Krctzschmarische Erfindung in soweit als neu anseben kann, daß sie von ihm zuerstals ein allgemeines Mittel, den Ackerbau zu ver-bessern und eine größere Fruchtbarkeit zu bewirken,
vor-