Von dem Ackerbaue. 73
Nahrungsſaftes in ihnen vorgeht. Es iſt alſo leichtzu erachten, daß der Regen und Sonnenſchein, unduͤberhaupt die Beſchaffenheit der Luft und der Witte-rung gar ſtark mitwirkende Urſachen der Fruchtbar-keit ſind. Nun hat zwar ein Landwirth die Witte-rung nicht in ſeiner Gewalt, daher auch gar oͤftersMiswachs zu entſtehen pflegt, entweder allgemeinin allen Getreideapten, oder in dieſer oder jenen be-ſondern Sorte. Allein, dem ungeachtet kann ſich einvernuͤnftiger Landwirth großen Vortheil zuwege brin-gen, wenn er auf die Witterung in ſeinem Ackerbauden gehoͤrigen Betracht zu machen weiß. Vornehm-lich ſoll der Saame nie in allzu naſſes und allzutrock-nes Erdreich geſaͤet werden; und eben dieſes mußman bey dem Pfluͤgen beobachten. Beſonders ſelldas Brachen geſchehen, wenn nach genugſam aus-getrockneter Winterfeuchtigkeit ein guter Regen er-folget iſt.„
Ob zwar die durch das Wachsthum der Pflanzenaus der Erde gezogenen Salztheilchen durch die Duͤn-gung wieder erſetzet werden: ſo kann doch die Duͤn-gung nicht ſo haͤufig geſchehen, daß dieſer Abgangbeſtaͤndig wieder erſetzet werden koͤnnte, weil mannicht mehr Vieh halten kann, als es die Proportion,nach der Groͤße und Beſchaffenheit des Landguts lei-det. Daher hat man allenthalben, wo ebnes Landund ſtarker Ackerbau iſt, fuͤr dienlich befunden, denAeckern zu gewiſſen Zeiten eine Ruhe und Erholungzu vergoͤnnen, und in der That, da die Luft vollerSalztheilchen iſt, wie eine Menge Erfahrungen ge-nugſam bezeugen, die auf den ruhenden Acker wir-ken, wenn er zu dem Ende durch oͤfteres Pfluͤgen be-ſtaͤndig muͤrbe erhalten und vor der Bedeckung mitUnkraute bewahret wird: ſo traͤgt dieſe Ruhezeit nicht
wenig
Von der llrſacheder Brache oderRuhe der Aecker,und der daherruͤhrenden Ein-theilung derFelder.