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1 (1758) Die Lehre von Erhaltung und Vermehrung des Vermögens des Staats, und mithin die Staatskunst, die Policey- und Commercien-Wissenschaft nebst der Haushaltungskunst / Johann Heinrich Gottlob von Justi
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574
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574 Von dem Ackerbaue.

wenig darzu bey, daß der Acker mit neuen Salztheil-chen angeſchwaͤngert und zur Fruchtbarkeit geſchicktergemacht wird. Dieſe Ruhezeit nennet man dieBrache, oder das Brachliegen der Aecker; und manhat zu dieſem Behufe in den meiſten Gegenden dieAecker in drey Felder eingetheilet, dergeſtalt, daß einjeder Acker allemal im dritten Jahre ruhet. Allein,obgleich dieſes der Hauptendzweck der Brache iſt: ſohat man doch auch dabey die Nebenabſicht, auf ſolchenBrachfeldern zugleich etwas Weide vor das Vieh zuerhalten; und es iſt nicht zu laͤugnen, daß die Nach-barn der Aecker einander deſto weniger Verhinderungmachen, wenn einerley Feldfruͤchte allemal in einerGegend bey einander ſind.

§. 548.

Von der Be, Dieſe dreyerley Felder werden Winter⸗Sommer-Uaffenhet der und Brachfelder genennet; und zwar werden in dieSommerfelder. Winterfelder nur ſolche Fruͤchte gebracht, die vorWinters geſaͤet werden, und mithin einen ganzen

Winter und Sommer zu ihrem Wachsthume brau-

chen, z. E. Weizen, Rocken und Wintergerſte; in

die Sommerfelder hingegen werden nur ſolche Ge-

treidearten beſtellet, die in dem Fruͤhlinge geſaͤet und

nach 4 oder 5 Monaten wieder eingeerndtet werden;

und wo dieſe Eintheilung in Felder einmal eingefuͤh-

ret iſt: ſo iſt es nicht erlaubt, ſeine Aecker auf an-

dere Art zu nutzen, als es dieſer Einrichtung gemaͤß

iſt. So darf man z. E. niemals Winterfruͤchte in

die Sommerfelder beſtellen, weil die Sommerfelder

in dem vorhergehenden ganzen Herbſte mit dem Vieh

betrieben werden, ob es gleich gar wohl angeht, in

die Winterfelder Sommerfruͤchte zu ſaͤen, weil die-

ſes in der Viehhuͤtung keine Hinderniß verurſachet.

Mit dieſen dreyerley Feldern wird alle Jahr derge-

ſtalt abgewechſelt, daß dasjenige Feld, was dieſes

Jahr