Von dem Bergwerks- u. Salz-Regal. 269
lienischen Staaten, wo der Landesherr so viel Salz,als ein Centner wiegt, öfters um 6 bis 8 Rthl. ver-kaufen laßt. Auch in Oesterreich ist das Salz'außer-orocntlich theuer, und gewiß zehenmal iu höheremPreiste, als in Sachsen, Lüneburg und den Vranden-buiglschen Landen. Da die Unterthanen bey so ho-hem Preiste natürlicher Weise suchen, sich aus den be-nachbarten Landen mit Salze zu versehen: so wendetman in allen solchen Landen die äußerste Strenge an,um solches zu verhindern, und den Endzweck der gros-sen Einkünfte zu erhalten; und das ist es eben, wasdieses Salzregal verdamm lieh macht. Alle großeStrenge in Kleinigkeiten, wo die gesammte Wohlfahrtdes Staats und dessen Erhaltung nicht intcrcßiret ist,oder in Dingen, die ohne Nachtheil des Staats an-ders eingerichtet seyn könnten, ist eine wahre Ty-ranncy. Dieß ist die Meynung des Herrn von Mon-tesquieu, und gewiß auch der Vernunft und der Men-schenliebe.
§. 200.
Was das Berg. oder Stein-Salz anbetrifft; so Von r>m»er-wirb es öfters, wie in Pohlen gar hauflg, in Salz-bürg und Oberösterreich ober etwas seltenergeschieht, werke u„-derganz rein aus der Erde gegraben; da es denn sofortzu vielem Gebrauche dienlich ist, und keiner andernZubereitung bedarf. Gemeiniglich aber wird es inden Gebirgen mit gar vielen Erden und Steinen un-termischet gefunden; da es denn in besondern darzugewidmeten Gefäßen vom Wasser aufgelöstt, das mitden Salztheilchen geschwängerte Wasser, nachdem sichdas erdigte und steinigte Wesen zu Boden geseßet hat,mit Behutsamkeit oben abgelassen, und alsdann wieandere Brunnensole versodren wird. Die Salzbrun-nen, die hin und wieder aus der Erde hervor quellen,entstehen ohne Zweifel auf keine andere Art, als daßdie Wasser im Gebirge über dergleichen Berg - undStein-Salz wegfließen, einen Theil davon auflösen
und