27O 1 Buch, 2. Abth. 2. Abschn. 6. Hauptst.
und mit sich fortführen, und endlich zuTageausquel-len oder sonst entdecket werden. Es ist ober diesesSalz-Brunnen-Wasier oder Sole nicht allenthalbenvon gleicher Güte oder Salzgehalte, indem es an ei-nigen Orten so löthig ist, daß es mit Vortheil sofortversodten werden kann "), an andern Orten aber sowenig Salz bey sich führet, daß man die Sole vor-her durch die sogenannten keckwerke, oder das Gradi-ren, mehr in die Enge bringen muß. Dieses Gradi-ren kömmt aber darauf an, daß die Sole in gewissenGradierhausern, die auf Holzwerken ruhen und kei-ne Seitenwande haben, in die Höhe getrieben wird,und auf darzu vorhandenen Reißgebundcn von Dor-nen tropfenweise von einem Zweige auf den andernfallt, da denn die freye Luft viele wasserichte Thcil-chen in Dünsten verfliegend machet, wodurch muhindie Sole mehr in die Enge gebracht wird. DieseAnstalt verursachet nun freylich, daß eine geringhal-tige Sole nicht so viel Vortheil bringt, als eine ande-re, die von Natur reichhaltig quillt. Jedoch ist dasdaraus gesodtene Salz eben so gut, als das aus reich-haltigen Brunnen, wenn sonst die Sole rein istMan muß nämlich noch einen andern Unterschied un-ter der Sole merken, indem einige Brunnen eine rei-ne Sole haben, die weiter keine andern Materien alsein gemeines Küchensalz bey sich führet. AndersBrunnen aber geben eine Sole, die mit fremdarti-gen Materien und Salztheilchen, besonders mit ei-tlem alaunhaften zu stark alkalischen bituminösischenWesen vermischet ist; da denn das Salz entwedernicht Scharfe genug hat, oder die Feuchtigkeit sehean sich zieht, oder sonst fehlerhaft wird.
Wenn die Sole nicht wenigstens Zehen bis eilflb-thig ist; so kann sie nicht mit Nutzen versodten wer-den, gesetzt, daß man die Feuerung mit Stein-kohlen, oder auf andere Art, noch so wirthschaftlich