274 l Buch, 2 .Abth. 2 .Abschn. 6. Hauptst.
Salpeter in Erden erzeuget wird, die mit verfaultenDingen aus dem Pflanzen- und Thier-Reiche vermi-schet sind, besonders wenn die Luft darauf wirkenkann; so kann man gar leicht die behörigen Anstal-ten machen, genügsamen Salpeter zu gewinnen, oh-ne daß man nöthig hat, den Unterthanen die Wändeeinhacken zu lassen; und es ist eher rathsam, daßman von den Unterthanen nach einer besondern An-weisung und Vermischung gewisse Wände darzu setzenläßt, als daß sie alle fünf bis sechs Jahr neue Wän-de um ihre Höfe und Gärten führen müssen, wenndie Salpetcrsieder ihre alten Wände einscharren.Man kann sich auch mit Vortheile der Admodiatienhieriimen bedienen, und einem gewissen Entrepren-eur eine bestimmte Zahlung für den Zentner Sal-peter verwilligen, unter der Bedingung, daß ihm inseinen Anstalten zur Erzeugung des Salpeters vonden Gerichtsobrigkeiten alle hülfliche Hand gebotenwerden muß. Auf diese Art ist in den preußischenLanden der Directeur des Salpeterwesens in demHerzogthume Magdeburg, Fürsienthumc Halberstadtund Grafschaft Mannöseld magdeburgischer Hoheitzugleich Entrepreneur, und erhalt für den ZentnerSalpeter eilfThaler bezahlet *).
2) Man hat zcilher viel von einer Erfindung gehöret,Salpeter aus Salze zu machen. Daß die Sachemöglich ist, daran ist gar kein Zweifel; und ichhabe selbst Versuche darinnen gemachct, die mirgerathen sind. Allein wenn man den zusammen-gesetzten Materien nicht genügsame Zeit zur Faul-niß laßt; so wird die Natur deS gemeinen Salzesnicht genugsam verändert, und der Salpeter tau-get zu dem Schicßpnlver und andern Endzweckennicht viel, oder das gemeine Salz schießt in keineSalpetercrystallen, sondern bleibt grbßtenthcüsals ein schmicrigtes Wesen auf dem Boden sitzen.Will man aber auf diese Veränderung lange Zeitverwenden; so brauchen wir dieser Kunst gar nicht,
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