278 iBuch, 2.MH. 2.Abschn. ?.Hauptst.
Stifter, als die nach und nach entstehenden kleinernReichsstande, an Fürsten, Grafen und Städten da-mit. Hierzu gaben die Bergwerke, die im zehentenund nachfolgenden Jahrhunderten in Deutschland ent-decken wurden, um so mehr Gelegenheit, und man fiengan, die Schrauben- Hohl- und Blech-Münzen oderBracteaten auszumünzen, die aus feinem Silber be-standen. Allein man unternahm gar bald die Mün-zen durch Zusähe zu verringern; daheroman in denVerschreibungen und Contracten auödrückeke,wie viellöthig die Mark, ohne den Zusah zu rechnen, seynsollte. Sonderlich waren damals die florentinischenund die nach ihrem Muster geprägten rheinischen Gül-den gewöhnlich, bis man endlich nachdem Beyspieleder französischen Tournesen die Groschen schlagen liest,davon jeder anfangs ein O.uenkqen Silber hielt. Alleinsie wurden nach und nach immer kleiner und geringergemachet; und eben so gieng eö mit den Hällern, ei-ner Scheidemünze, die von der Reichsstadt Halle inSchwaben ihren Ursprung hatten, und die in starkenAuszahlungen nach Pfunden gerechnet wurden. Zugleicher Zeit nahmen gewaltige Unordnungen in demMünzwefen überhand, denen die von Zeit zu Zeit qe-machten Reichs-Münzordnungen keine abhelflicheMaaße geben konnten, bis endlich dieser Unfug durchdie sogenannten Heckemünzen auf das höchste stieg,und sehr trübseligeZeiten inDeutschlandverursachet?,welche die Kipper, und Wipper-Zeuen genennet wer.den. Die Reichöstände haben sich endlich im vorigenJahrhunderte durch Receste und Vergleiche zu helfengesuchet, wovon der zinnaische, leipziger und torgaui-sche Münzreceß bekannt sind. Allein es haben sichdennoch beständige Irrungen in dem Münzwefen desReiches ereignet; und obgleich im Jahre r?z6 nachvielen und langwierigen Handlungen aufdem Reichs-tage ein Reichögutachten erfolget ist; so ist doch auch
dieses