Von dem Münzregal. 279
dieses wegen des darauferfolgten Todes Kaisers Carlsdes sechsten zu keiner sonderlichcnWirkunggekommen:so deß sich dermalen die benachbarten mächtigenReichsstände abermals durch besondere Recesse undVergleiche zu helfen suchen, wie seit kurzem zwischenOesterreich, Bayern und Salzburg geschehen.
§. 206.
Diese Unordnungen des Münzwesens in Deutsch- Oce»erley,Ir-land entstehen vornehmlich aus dreyerley Ursachen:i) Daß man Gold und Silber nicht rein vermünzek, weftns, >) dersondern vongeringeremMekalleZusähe machet; 2) daß ^gjxuns. ^ ^auch diejenigen Reichsstände, die keine Bergwerke ha.ben, ohne Schaden Geld münzen lassen und wohl garnoch Einkünfte daraus nehmen wollen, und z) daßGold und Silber beständig im Preiße steigen, worzuaber die vorhergehenden zwo Ursachen gleichsallsgarviel beytragen; wie sie denn überhaupt alle drey einegroße Wirkung in einander haben, und gleichsam einegemeinschaftliche Kette ausmachen, um daöMünz-wesen in das Verderben zu reißen. Es ist nöthig,daß wir eine jede von diesen Ursachen etwas ausführ-licher erörtern. Was nun den Zusah bey denMün-zen anbetrifft; so entsteht er gemeiniglich daher, daßdiejenigen Münzherren, so keine Bergwerke haben,gleichwohl auch münzen lassen wollen; und gleichwiesie das Silber eben so theuer bezahlen müssen, alshoch es die andern vermünzen, so suchen sie die Münz.kosten und wohl darzu einen Ueberschuß durch denZusah eines geringern Metalles zu erhalten, weil dochihre Münzen mit den andern gleiches Gewicht habensollen. Diese Ursache veroffenharet sich auf unläug»bare Art aus der Geschichte des mittlern Zeitaltersvon Deutschland. Denn als man die Bergwerke beyuns erfunden hatte; so pragete man eine geraume Zeithindurch von feinem Silber,wie dienoch vorhandenen
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