290 I Buch, 2. Abth. 2.Abschn. 7.Hauptst.
offenbar, daß es der Natur der Sache nach unmöglichist, daß diejenigenReichöstande,so keineBergwerke be-sitzen, daö Münzregal mit Vortheile ausüben können.
§. 212 .
Die dritte Nr- Die dritte Ursache des verderblichen MünzwesenSgung in Deutschland ist, daß Gold und Silber beständig
und Silber» jm Preiße steigen. An sich selbst ist es freylich nichtPrcißes. nöthig, daß Gold und Silber im Preiße verändertwerden; und da sie ein allgemeiner Werth aller Gü-ter seyn sollen: so ist es so gar wider ihren Endzweck,daß ihr Werth gesteigert wird. Allein, eben die bey-den vorhergehendenUrstchen des verderblichen Münz-wesens ziehen diese dritte als eine natürliche Folgenach sich, die denn hinwiederum auch ihren Theil zuden Unordnungen desMünzwesens beytragt. Da mandie Kosten des Ausmünzens in der Münze silbst su-chet, und zu dem Ende die kegirung erfunden hat;so ist es natürlich, daß das reine Gold undSilberinAbsicht auf das Geld um so hoch im Preiße steigenmuß, als der Zusatz beträgt; lind da auch diejenigenReichsstände, so keineBergwerke haben, nicht alleinohne Schaden, sondern auch mit vermeyntem Vor-theile Geld münzen lassen wollen ; so muß der Preistdes Goldes und Silbers immer mehr Zeigen *).Demi da dieser Preist überall bekannt in der Welt ist,so will ein jeder sein Gold und Silber nicht geringerlosschlagen; dennoch wollen diejenigen, so es für dieMünzen aufkaufen, auch etwas dabey gewinnen;mithin müssen die darauf geprägten Münzen immergeringhaltiger ausfallen; und der Preiß des Goldesund Silbers gegen solch Geld, muß immer mehr stci-gen. So, wie nun aus den beyden vorhergehendenUrsachen die Steigerung des Gold- und S ilber.PreisiseS entsteht; so tragt diese Steigerung hinwiederumzu dem Verderben desMünzwesens das Ihrige bey.
Die-