Von den Steuern aufdie Gewerbe. z6z
Nibution gesehet. Allein, kömmt wohl dieses denEinkünften des Staats zu statten; und sollte wohlmithin ein Eontrihutionsweg für gut und dienlich er,kannt werden können, wobey zwar die Unterthanenviel leiden müßen, der Erfolg derEmkünfte aber aufdie ungewiße u. ziemlich seltene Redlichkeit dcrMen-schen großentheils ankömmt? Daß es aber mit derAccise eine solche Beschaffenheit habe, liegt offenbarvorAugen; und dieHöfe gestehen es selbststßlschwei.gend, indem sie beständig an der Accise bessern undkünsteln, um die so leichten Defraudationen dabeyimmer mehr zu verhüten. Allein, ohne eine sehrZroßeStrengs ist hierinnen fastgarnichtsauozurich,ken. Diese aber ist auf einer andern Seite der ver«nünftigen Freyheit der menschlichen Handlungen,demAufnehmen des Nahrungsstandes, und überhauptdem Besten des Staats desto nachkheiliger. Dennwer wird gern in ein kand ziehen, wo eine so großeStrenge herrschet?
*) Mich beucht, es bedarf keines großen Beweises,daß viele Accisbedienten, der Geschenke halber,ganz willig ein Auge zuthun. Ich will von denEinnehmern nicht reden, die sonderlich in kleinenStädten gar öfters Gelegenheit haben, um Gunst«Freundschaft nud Genuß halber etwas nachzuse-hen, Ich will nur meinen Lesern die Thorschrei-ber und Gürerbeschauer in Erinnerung bringen.Ich glaube, jedermann wird aus eigener Erfahrungwissen, daß diese Leute fast gar nichts untersuchen«sobald ein Geschenk« oder sogenanntes Trinkgeldfallt; und wenn man sich der mühsamen Auspa-ckung seiner CoffteS und Sachen entledigen will;so darf man nur dem Herrn Gnterbeschauer einenhalben Gulden oder vier Groschen in die Handstecken; so glaubet er unS auf unser Wort, so-bald nur der Coffre aufgeschlossen ist, Es magnun etwas AcciShares darinnen seyn oder nicht;so i c derjenige frey, der sonst so niederträchtigiß, ßch solcher elenden Vortheile zu befleißigen.
Genug,