der Unterthanen. 44z
und wenn alle Unterthanen vernünftig waren und bisgenaue Verbindung der Wohlfahrt des Staats mitihrem eigenen Besten m genügsame Erwägung zögen;so würde m der That der freywillige Beytrag einesjeden Unterthans in solchen Nothfällen des Staatsder beste und unschädlichste Weg seyn, di> zu dem aus-serordentlichen Aufwande des Regenten erforderlichenSummen zusammen zu bringe». Ein jeder würde sichselbst nach feinem Vermögen schätzen, und die gegen-wärtigen Umstände desScaats vor Augen haben; undman härte nicht zu befürchten,daß dergleichen außeror-dentliche Abgaben jemanden zu sehr drücken würden.
Es würde in der That eine rührende Sache seyn, wennman denEifer sähe, mit welcher die Unterthanen derNothdurft des Staats zu Hülfe kommen würden,wenn sie liebe für ihren Regenten hätten; und solltendiese liebe nicht alle Regenten für sich haben ? Allein,die menschliche Natur ist aufallen Seiten so verderbt,daß man sich von diesem an sich vortrefflichen Mittelnichts nutzbares zu versprechen hat. Die RepublikHolland versuchte vor einigen Jahren einen ähnli-chen Weg, als der Pöbel sich wider die Pachter derAuflagen empörete. Allein, die Absicht ist dabey sowenig erreichet worden, daß man bald wieder davonabgegangen ist.
§. Z48.
Die beste Art einer außerordentlichen Abgabe, die Der brauchbarMan in Nothfallen des Staats anrathen kann, ist CapilatÄ-'u^ohne Zweifel ein auf gute Art eingerichtetes allgemei. WürdeiMuer,nes Kopfgeld, oder eine Capikations. und Würden-Steuer. In derselben müssen alle Unterthanen, geistli- nm wirb.che u. weltliche, nach ihrem Stande undWürden in ge-wisse Elasten und Abtheilungen gebracht seyn; und jevornehmer und ansehnlicher jemand ist, desto höhermuß er in dieser Capitationssteuer angesetzet seyn.
Hier.