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Erster Band.
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Ursprungsbegriffe über Seide.

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ausführlicher zurückkommen. Trotz des steigenden Verbrauchs behalten dieSeidentextilien zu gewissen Zeitperiodeu derart unerschwingliche Preise, dasses nicht befremdet, wenn selbst Kaiser Aurelianns seiner Gemahlin, die ihnum einige Seidenmäutel bittet, die Antwort giebt, er sei weit entfernt davon,die Seide mit Gold aufzuwiegen (absit ut auro fila pensentur) und auch Vopis-cus sagt „libra auri tune, libra serici fuit“. Nach einer AusrechnungPariset’s stellte sich ein Kilogramm Purpurseide zu jener Zeit auf 5157Pres. 7 ) Übrigens waren die Seidenpreise iu Rom stets schon deswegengrossen Schwankungen unterworfen, weil China , namentlich seit dein Schlussdes zweiten Jahrhunderts, als die Macht der Han’s ihrem Ende nahte, mitkurzen Unterbrechungen bis zur Gründung der ordnungsschaffenden DynastieTang (Anfang des VII. Jahrh.) zum Schauplatz innerpolitischer Wirrenwurde, die den regelmässigen Handelsverkehr störend beeinflussten.

Erst nach der Anknüpfung des direkten Verkehrs mit China sinkendie Preise allmählich, und im IV. Jahrh. giebt es keine Völkerklasse mehrin Rom , die sich den Luxus seidener Gewänder nicht erlaubt hätte 2 ).

Kehren wir zu deu Anfängen des Vorkommens von Seide im Abend-lande zurück, so erscheint es von Interesse, nachzuforschen, welche Begriffedie europäischen Völker sich von deren Ursprung und ihrer Herkunft ge-bildet haben könnten.

Im dritten Buche spricht Herodot bezüglich der Bombykia von derWolle eines wilden Baumes in Indien, Theophrast hält die Seide für dasErzeugnis einer Pflanze; ebenso hat sich vermutlich auch Servius geirrt,wenn er bei einem Vers des Virgil 3 ) die Seide mit der Wolle verwechselnlässt. Strabo 4 ) glaubte die Abstammung der Seide von der roten Rindeeines Baumes ableiten zu können; Aristoteles 5 ) giebt zuerst die Beschrei-bung eines Insektes, das mit dem Bombyx einigermafsen übereinstimmt undsich auf die nahe verwandte Species des koischen Seidenspinners bezieht;vierhundert Jahre später wiederholt Plinius 6 ) dieselben Angaben: „...aufder Insel Cos werden die vom Regen abgeschlagenen Blüten der Cypresse,Terebinthe und anderer Gewächse beseelt und so iu Seidenwiinper ver-wandelt.“ Die Beschreibung, welche einige Jahre später von Pausanias geliefert wurde, ist in einigen Stücken verschieden; Clemens von Alexan-drien 7 ), Pollux 8 ), Servius 9 ) und Tertullian 10 ) scheinen über die Ver-wandlungen der Seidenraupe besser unterrichtet gewesen zu sein, als Pau-

*) L’histoire de la soie, I. 142.

s ) Nazianz, De rebus suis carmina. Paris 1630. II. 32.

3 ) Georg. B. II. ,Velleraque ut foliis depectent tenui a Seris“.

'*) Strab. lib. XV.

5 ) Hist. Animal, c. 18 v. 217.

6 ) Bd. XI. cap. 22.

’) Clem. Alex. Paedagog. lib. II. cap. 10.

8 ) Onomasticon , lib. VII. 17.

°) Tertull., De vestibus feminarum.

’°) Comment. Virg. Georg, lib. II.

Silbermann, Die Seide.

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