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Seidenstoffe nnd Seidengespinnste.
rege Beziehungen unterhielten und die Handelsvermittelung für Seidenwaren,die nach Rom geführt werden sollten, übernommen haben l ). Die sassani-dische Herrschaft des Seidenhandels dauert mit kurzen Unterbrechungenvom IV. bis in das VII. Jahrh., wo das Abendland durch den für die Neu-gestaltung der westasiatischen Welt so bedeutungsvollen arabischen Ein-bruch von den gewinnsüchtigen Rivalen unabhängig gemacht wurde.
Auf Grund ziemlich weitgehender Forschungen ist man zu dem Er-gebnis gekommen, dass alle Seidentextilien während des beinahe sechs Jahr-hunderte langen Zeitraums von ihrer Einführung nach dem Abendlandebis zum IV. Jahrh., im Handelsverkehr lediglich im verwobenen, zum gröss-ten Teil auch im entschälten oder gefärbten Zustande vorkamen. Es hatindessen den Anschein, als ob schon seit dem II. Jahrh., namentlich seitder Eröffnung der Seerouten, auch die Strangseide zum Handelsartikel ge-worden sei; sie verliess jedoch nicht den asiatischen Boden, sondern wurde inbabylonischen und phönizischen Webereien, als ein neues unschätzbaresMaterial zur Erzielung prächtiger Effekte auf buntfarbigen Decken undWaudtapeten verwendet. Eine Benennung, mit welcher die Seidengespinsteder Alten gewöhnlich bezeichnet werden, ist p-sxa^a, metaxa oder mataxa.Während jedoch mataxa im lateinischen und auch den übrigen romanischenSprachen (ital. matasse, franz. mateau) nur allgemein den Strang, strähu-artig gewundene Fäden bedeutet und in diesem Sinne bereits vom DichterLucilius (II. Jahrh. v. Chr.) erwähnt wird®), so hat es dem gegenüber imganzen Osten des römischen Reiches direkt die Bedeutung Strangseideund wird auch in Justinians Pandekten unter den ausländischen steuer-baren Waren verzeichnet, während es in den römischen Annalen schon imIV. Jahrh. erwähnt wird. Was die Herkunft des Wortes anlangt, so solles sich nach Schräder auf das persische mät-shin = Gross-China be-ziehen, woraus matassin hervorging; anderer Meinung nach hängt seineinnere Bedeutung mit der äusseren Form des Seidenstranges zusammen, dercylinderförmig zusammengewuuden war, eine Form, die noch heutzutage inden persischen Rohseiden vorzukommen pflegt. In den späteren Angabenfindet sich noch eine andere Bezeichnung für Seidengespiust, rrjp.a crjpi.xdv,aus welcher deutlich hervorgeht, dass es am Zwirngestell zubereitet wurde,so dass von Einigen der Schluss gezogen worden ist, mit pixa^a wärelediglich die ungezwirnte Rohseide (Grege) bezeichnet gewesen.
Fragen wir nach den Anfängen der Seidenverarbeitung ausserhalb derGrenzen Chinas, so bestand, wie wir sahen, sowohl in Indien, wie in As-syrien und auf Cos einheimische Seidenweberei seit den allerältesten Zeiten.Von diesen ursprünglichen Gewerben wäre in erster Linie das der Insel Cos zu erwähnen, nicht weil es dem Umfang nach bedeutender, als die anderenwar, sondern weil seine Erzeugnisse der echten Maulbeerseide am nächsten