Arabischer Wirkungskreis im Seidengewerbe.
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nicht die gleichnamigen Erzeugnisse der nordafrikanischeu Susa (Tunis )verwechselt werden, die ebenfalls sehr zarte und kostbare Seidenzeuge lie-ferte. Während das persische Süs zugleich mit seiner politischen Bedeutungauch die seidengewerbliche Thätigkeit verlor, behauptete Tuster seinenRuhm auch dann noch, als bereits der grösste Teil seiner Atlasarbeiter nachBagdad verzogen war. Es ist nicht sicher bekannt, wann der Anfang zu derspäterso mächtig aufgeblühten bagdadischen Seidenindustrie gelegt wurde; dochlässt sich aus einigen uns erhaltenen biographischen Daten mit Bestimmtheitauf eine Bagdader Kolonie tusterischer Seidenweber schon im X. .lahrh.schliessen *). Die Bedeutung Tusters dauert fort bis in die Mitte des XIV.Jahrhunderts.
Die arabisch-persische Stilrichtung zeigt einen weniger reichen Kom-binationsgeist, als die spätere arabisch-spanische. Das Rankenwerk neigtsich einer mehr naturalistischen Richtung zu und die Tiergestalt wirdhäufiger als Motiv verwendet, was seine Erklärung darin findet, dass die per-sischen Schiiten das arabische Bilderverbot nicht anerkannt haben. DieFarben sind mit Vorliebe sekundär gewählt und sowohl in Ton wie inZusammenstellung mit viel Gefühl behandelt.
Bei Betrachtung des arabischen Einflusses auf die Entwickelungs-geschichte des Seideugewerbes lassen sich im allgemeinen zwei Periodenunterscheiden. In der unruhigen Erobeningszeit und infolge des Glaubens-fanatismus yermochte die Seide, als durch den Koran untersagter Luxus,nur schwer Eingang in das soziale Leben des Arabervolkes zu gewinnen,fand jedoch eine um so freundlichere Aufnahme nach der im VIII. Jahrh.erfolgten Umwandelung sowohl der Sitten, wie der der Kultur der er-oberten Länder nachgeahmten staatlichen und gewerblichen Verfassung.Dadurch wird das bei politischer Ruhe, wachsendem Wohlstand und Luxusemporblühende Seidengewerbe zur Nationalindustrie der Araber. Aber ihreüberwältigende politische und sittliche Macht lenkte nicht nur die Seiden-verarbeitung Westasiens in neue, fruchtbarere Bahnen, sondern brachteauch im Seidenhaudel eine gänzliche Umgestaltung hervor. Die Araber bo-ten alles auf, um ihren christlichen Rivalen im Abendlande auch auf mer-kantilem Gebiete den Rang abzulaufen. Ihren Webereien erwuchsen, ab-gesehen von dem Aufschwung der eigenen Seidenkultur, aus der Anknüpfungdes unmittelbaren Handelsverkehrs mit China auf dem Land- und Seewegeunermessliche Vorteile.
Gleich bei Beginn ihrer Herrschaft zeigen die Araber rege Beteiligungam Seidenhandel Byzantiens und Persiens mit China und erringen darin eineallmählich immer grössere Selbständigkeit. Nach dem Verfall der griechischenSeefahrt behaupten die Araber auf ihren anfänglich äusserst primitivenFahrzeugen die altgewohnte Handelsroute und dringen mit unerschrockener
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