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Verfall der Araber. Aufblühen norditalienischer Webekunst.
und insbesondere die arabische Flachornamentik sicli nicht aifs orientalischen,d. i. assyrischen und achiimenidischen Anfängen entwickelt habe, sonderndass die gesamte islamitische Musterung eine folgerichtige Ausbildung derum die Diadochenzeit (Anf. III. Jahrli. v. Chr.) eingeführten byzantinischenZierweise ist. Inwieweit diese Ansicht, die hauptsächlich aus dem Studiumder ägyptischen Textilfunde hergeleitet wurde, begründet ist, werden hoffent-lich weitere Forschungen auf diesem Gebiete ergeben können; immerhin trägtdieselbe schon jetzt nicht wenig dazu bei, die vorerwähnte Eigentümlichkeitin der Musterung der persischen Teppiche in gewisser Hinsicht zu erklären.
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Der Verfall und Niedergang der arabischen Macht (XIII. bis XIV.Jahrh.) sind naturgemiiss nicht ohne Einfluss auf die Geschichte der Seidegeblieben. Die Bahnen, in welche diese Nation den Seidenhandel und dieSeidenindustrie gelenkt hat, behaupten zwar ihre Geltung noch einige Zeit,aber der Aufschwung der abendländisch-christlichen Seidenkultur und We-berei einerseits, und die Entdeckung des Seeweges nach Indien andererseitshaben doch das Ende der maurischen Herrschaft auf diesem Gebiete wesent-lich beschleunigt. So sehen wir, wie die europäische Seidenwebekunst dasorientalische Gepräge allmählich abstreift und den Charakter einer freienunabhängigen Entwickelung annimmt. Es beginnt eine neue Epoche derSeidenweberei, die gotisch-italienische, welche vom XIV. bis in das XVII.Jahrh. hineinreicht.
Im Ursitze der abendländischen Seidenwebekunst, in Palermo , ent-wickelte sich dieselbe in einer Weise, welche uns Hugo Falcandus schil-dert, indem er mit Begeisterung von Brokaten, weichen Sammeten, feuer-roten Diarrhodons, matten, grünlichen Diapistis und von Exarentamas er-zählt, die mit kreisförmigen Mustern versehen, die grösste Fertigkeit imWeben erforderten 1 ). Von Palermo wurde die Webekunst nach Norditalien verpflanzt, um hier Stätten der kraftvollsten Entwickelung zu finden, dieJahrhunderte lang in vollem Glanze erstrahlten, und von hier aus hat fastdie gesamte europäische Seidenweberei der neuen Zeitepoche im allgemein-sten Sinne des Wortes ihre Kenntnisse und Geschicklichkeit geholt.
Die ersten ihrer Sitze waren Florenz und namentlich Lucca , dessenInitiative für die italienische Industrie bahnbrechend war. Man pflegt da-her gewissermafsen Lucca als die Wiege italienischer Seidenkunstwebereizu bezeichnen, obwohl man mit einiger Sicherheit annehmen darf, dassseine Industrie nicht durch die eigenen Landsleute, sondern durch Pisanerbegründet worden ist, sowie dass die Florentiner, nachdem sie Herren des dieRolle des Hauptstapelplatzes für Rohseide einnehmenden Pisaner Hafens