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liehen nud weisslichen Rassen kultivierte, gebührt der Anregung seitensLouis XVI. das Verdienst, die vorzügliche weisse Originalrasse „Sina“direkt aus China eingeführt und verbreitet zu haben.
Neben Lyon , welches im XVI. Jahrh. den ruhmvollen Namen der Me-tropole der französischen Seidenindustrie erwarb, war Brügge in Flandern am meisten vorgeschritten. Die Kunstweberei gelangte in den industrie-reichen Städten Brügge, Brüssel, Gent u. a. bereits im XV. .Tahrh. zuhoher Blüte. Es waren hier wieder Italiener, vorzugsweise Venetianer undFlorentiner, die den Grund zu dem Seidengewerbe gelegt hatten. Wie überall,ging auch hier ein reger Seidenhandel der Industrie voran; Brügge war schonim XIII. Jahrh. Station für die lucchesischen Kaufleute, Gent eine solche imXIV. bis XV. Jahrh.; ein Hauptplatz war jedoch Antwerpen , das im XIII.Jahrh. mit Venetianem in lebhaften Beziehungen stand und im XIV.Jahrh. einer der besuchtesten Stapelplätze für Rohseide war. EinigenAutoren zufolge') soll die Seidenwebekunst Flanderns auf das XIII. Jahrh.zurückzuführen sein, zu welcher Zeit sie ihren Ursprung in Ypern, Brügge ,Gent und Mecheln nahm und somit hier älter wäre, als in Frankreich .Diese Angabe soll durch die Schilderung des Math, von Westminster 2 )ihre Bekräftigung finden; er beschreibt nämlich die Beziehungen Englandszu Flandern und bezeichnet das letztere als das Land, welches den „Roh-stoff Englands“ verwebt; hierunter hat man Seide verstehen wollen,was jedoch jeder Begründung entbehren dürfte. Aber erst im XVI. Jahrh.,zur Zeit Karls V., erreichte die flandrische Seidenweberei der Atlasse,Sammete und Goldbrokate ihren Glanzpunkt, der mit der grossartigen,durch die dominierende Stellung des spanischen Welthandels bedingtenEntwickelung anderer Textilgewerbe Hollands zusammenfällt.
Wie in der Schweiz , so bestanden auch in England sehr frühzeitig(XIII. Jahrh.) Anfänge des aus Oberitalien verpflanzten Seidengewerbes;unter Eduard HI. (1363) werden seine Statuten in Parlamentsakten er-örtert; 1455 werden schon grosse Londoner Seidenwebereien citiert 3 ), die einebedeutende Produktionsfähigkeit besessen haben müssen, da laut Beschluss desParlaments (1454) die Einfuhr, jeglicher Seidenfabrikate verboten wordenWar. Henry VI. und Jacob I. widmeten dem einheimischen Seidengewerbegrosse Sorgfalt; unter Henry VIII . bildeten die Seidenzwirner eine Zunft-vereinigung (1529); unter Carl I. sorgte man (1630) durch Konfiskationaller fremden Seidenzeuge für eine strenge Durchführung des Prohibitiv-systems. Wilhelm III. verlieh den Seidenhandwerkern ausgedehnte Pri-vilegien.
Die Seidenweberei Spaniens entwickelte sich inzwischen in ihrer eigen-tümlich-archaistischen Art und bildete eine der Quellen des Nationalwohl-
') Bock, Gesch. der lit. Gewänder. I, 77.
s ) Flores historiarum etc. 8 . a. 1265.
9 ) Madox, Firma Burgi, Cap. I, p. 33.