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Anthcraea Pernyi.
würdige Qualität der Eichenseide wird in den an Kaichow grenzendenGegenden erzeugt und von einer Varietät der Anth. Pernyi gesponnen, die,wie man sagt, die Eichenblätter samt den Stielen auffressen soll. Die ab-gehaspelte Seide (reeled) wird „koang“, die gesponnene (spun) „fang“ unddie gezwirnte „niu“ oder „nien“ genannt. Die allgemeine Bezeichnungfür Eichenseide ist ?,icht-san-sse“. Morphologisch und chemisch gleichtsie der indischen Tussah vollkommen. Der wichtigste Seidenmarkt fürchinesische Tussah ist Lu-schan im Distrikt Yu-tscheu-fu.
Die erste Sendung chinesischer Tussah nach Frankreich erfolgte imJahre 1873 und konnte diese bräunliche, grobe (150—300 den.) und unreineSeide nur für besondere Zwecke Verwendung finden; sie verlor beim Ent-basten 30—35 °/ 0 . Seitdem hat sich aber die Qualität bedeutend verbessert,so dass man die Tussah für Möbelstoffe, Posamenten, Stickereien undPhantasieartikel verwenden konnte. Um das Jahr 1886 wurde in Chefoo eine Filande nach europäischer Art gegründet, die den Namen FilatureImperiale Whafong erhielt. Nach dem Beispiel dieser Musterhaspelanstaltwurden alsdann viele andere Etablissements errichtet, und heutzutagekommt mindestens ein Drittel der Produktion in Form von Filatures oderImitation Filature in den Handel. Die Grege besteht aus 4, 6, 8, zuweilen12 Kokonfäden und ist durchaus hellfarbig, fein und regelmässig, so dasssie auch für feinere Gewebe Anwendung findet. Der Export der chine-sischen Tussah belief sich auf:
1881 1230 Ballen
1884 4887 „
1886 10424 „
1888 8607 „
1889 12200 „
1891 11170 „
1893 7557 „
Uber die Tussahweberei in Sbenking liegen folgende Angaben vor 1 ).Es sind im Durchschnitt 4500—5000 Kokons der Frühlings- oder 4200der Herbsternte erforderlich, um ein Seidenzeug von ungefähr 16x0,44 mzu weben. Ein Seidenweber verwendet ca. zwei Tage, um ein Zeug fertigzu bringen, wofür er pro Stück mit 1,25—2,5 Frcs., je nach der Qualitätseiner Arbeit, belohnt wird. Die Gewebe werden nach Gewicht verkauft,das von 25—40 taels (1 tael = 38 g) betragen kann. Die sogenannten„pongees“ aus chinesischer Tussah der Provinz Shantung sind in Europa bereits allbekannt; im Inlande werden sie als Bekleidungsstoff in aus-gedehntestem Mafse verwendet, weil sie den Vorzug grosser Dauerhaft)#'keit besitzen 2 ); sie lassen sich waschen, ohne etwas von ihrem Glanze