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Das Dörren.
zur Folge. Die geschwefelten Kokons lassen sich somit durch die Schwefel-säurereaktion erkennen. Dass die schweflige Säure auf den Seidenleim einemodifizierende Wirkung ausübt, geht schon daraus hervor, dass die ge-schwefelten Kokons im kochenden Wasser des Haspelbeckens mehr alssonst an Gewicht verlieren. Beim Haspeln liefern solche Kokons bedeu-tend kleinere Ausbeute an Seide, dagegen mehr Abfall und sogenanntebassines (unabwickelbare innere Kokonschichten). Der Bast wird manch-mal so stark verändert, dass es unmöglich ist, die Kokons regelmässig zuhaspeln, weil sie das Kochen nicht vertragen. Derartige Kokons müssen mitden nach dem gewöhnlichen Dörrverfahren behandelten untermischt werden.Die erzeugten Gespinste sind übrigens betreffs des Titers, der Festigkeitund Elasticität den gewöhnlichen gleichwertig. Bei der weiteren Ver-arbeitung liefern diese Seiden indessen ein äusserst flaumiges Gewebe, wasdie bekannte Thatsache zur Genüge bestätigt, dass das innige Zusammen-treten des Bastes einzelner Kokonfaden beim Haspeln auf die Kohäsiondes Gespinstes grossen Einfluss hat, wenn auch der Bast selbst nachträg-lich während des Abkochens und Färbens verloren geht. Diese Ergebnissesind deshalb von Wichtigkeit, weil das Schwefeln der Kokons auch als Des-infizierungsverfahren vorgeschlagen worden ist und während der Epidemien,wie seiner Zeit auf die aus Sizilien kommenden Kokons, angewendet wird.Bei der nachträglichen Verarbeitung verhalten sich die durch Gase undchemische Faktoren erstickten Kokons im allgemeinen bedeutend schlechter,als die gedörrten. Die Seidenfaser hat ihren Glanz teilweise verloren undist brüchig geworden, wodurch ein regelmässiges Abhaspeln unmöglich wird.In Italien wurden ausser den giftigen Gasen noch Atherdiimpfe, Kampfer,Terpentin- und Naphthadämpfe als Vergiftungsmittel jedoch ohne günstigenErfolg angewendet. Trotzdem scheint das ewige Suchen nach neuen, ähn-lichen Verfahren noch nicht aufgehört zu haben.
Da die Seidenzüchter gezwungen sind, ihre Kokonernte baldmöglichstzu veräussern, weil sie dieselbe nicht aufbewahreu können und keine Dörr-apparate besitzen, sind sie in wirtschaftlicher Beziehung benachteiligt; könntendie Seidenbauer die Kokons aufsammeln, so würde ihr Gewinn bei einergünstigen Marktlage oder einem schlechteren Ernteergebnis ein grösserersein. Es würde dadurch auch ein Ausgleich zwischen guten und schlechtenJahren herbeigeführt. Um dies zu ermöglichen, sind die oben erwähnten be-weglichen Dörrapparate konstruiert worden, die zur Erntezeit in die betr.Gegend gebracht werden und gegen geringe Gebühr die Kokons abtöten.Vor kurzem ist vom Syndikat der Seidenzüchter Frankreichs der Entschlussgefasst worden, an passenden Orten öffentliche Dörrapparate einzurichten,die den Seidenzüchtern der Umgebung zur Verfügung gestellt werden sollen,und mehrere solche bewegliche Ofen sind bereits im Gange.
Die gedörrten Kokons werden ausgelesen, sortiert und in einem be-sonderen, trockenen und kühlen Raum bis zur Verarbeitung auf bewahrt.Dieselben zeigen die folgende Zusammensetzung: